Wettanbieter ohne Steuer im Vergleich — wem welche Steuerregel nützt

Updated Oktober 2026
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Stand: 30. Oktober 2026. Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Halle (Saale) sowie gegen die Wettregeln und Allgemeinen Geschäftsbedingungen der hier besprochenen Anbieter.

Ein Stadion unter Flutlicht, aus großer Entfernung über eine dunkle Wiese fotografiert, am Himmel zieht Nebel auf.
Die Sportwettsteuer wird in Deutschland seit dem 1. Juli 2012 erhoben.

Wer nach Buchmachern sucht, die keine Wettsteuer abziehen, sucht in Wahrheit nach einem Anbieter, der die Steuer aus seiner eigenen Tasche bezahlt. Das ist keine Kleinigkeit, sondern der Kern des Themas. Die Sportwettensteuer ist eine Abgabe an den Fiskus, und ob sie auf dem Wettschein landet, entscheidet nicht das Gesetz, sondern die Geschäftsführung. Der Staat hat den Wettanbieter zum Schuldner erklärt, nicht den Spielenden. Damit ist die Frage, die viele für eine Rechtsfrage halten, in Wahrheit eine Preisfrage — und Preise lassen sich vergleichen.

Genau hier liegt der Ärger mit der Werbung. „0 % Wettsteuer“ ist kein Geschenk, das ein Anbieter dem Kunden macht; es ist eine Zusage über die eigene Kalkulation. Wer sie gibt, bezahlt die Steuer selbst und holt sich das Geld über die Quote zurück, die er ansetzt. Wer sie nicht gibt, weist sie offen aus. Beide Wege sind erlaubt, beide führen zum gleichen Ergebnis für den Anbieter. Der Unterschied landet beim Spielenden — und zwar nicht bei jedem gleich.

Die zwei Wege im Vergleich

Anbieter mit Quotenabschlag Anbieter mit Ausweis auf dem Wettschein Anbieter, der die Steuer selbst trägt
Bezahlung des 100-€-Einsatzes 100 € ca. 105,30 € 100 €
Was im Wettschein steht die Quote, um 5,3 % gekürzt Einsatz plus gesondert ausgewiesene Steuer Quote und Einsatz ohne Steuerzeile
Beispiel bei Quote 2,00 k. A. Auszahlung bei Gewinn 200,00 € Auszahlung hängt allein an der gebotenen Quote
Wer das Papier ausfüllt Interwetten, laut den eigenen AGB Wettarena, laut der eigenen Übersicht ODDSET, laut der eigenen Darstellung
Was der Spielende merken muss 10,60 € weniger auf einen Treffer 5,30 € mehr auf jeden Schein gar nichts — bis zur Quotenwahl

Zwei Wege, ein Steuersatz, 5,3 % des Einsatzes abzüglich der Steuer (rund 5 % des eingezahlten Betrags). Der dritte Weg sieht am freundlichsten aus und ist am schwersten zu prüfen: Trägt ein Anbieter die Steuer selbst, steht die Rechnung in der Quote und nirgends sonst.

Warum die Formulierung nach dem Kaufpreis klingt

Die Abgabe ist gesetzlich verankert, der Verzicht auf dem Wettschein ist es nicht

Die Sportwettensteuer wird isch nicht abgeschafft, sondern verlegt. Sie fällt seit dem 1. Juli 2012 an und wird nach den §§ 16 bis 25 des Rennwett- und Lotteriegesetzes erhoben. Bemessungsgrundlage ist nach § 17 der Einsatz, der um die Steuer selbst gekürzt ist. Das klingt wie ein Detail für Juristen und ist für jeden Spieler eines: Aus dem Grundsatz ergibt sich der Steuersatz, der am Ende tatsächlich auf jedem eingesetzten Euro liegt.

Ein Notizbuch mit handschriftlichen Rechnungen und ein Taschenrechner liegen auf einem Schreibtisch neben einer Tasse Kaffee im Licht des frühen Morgens.
Bei Wettarena fällt neben dem Wetteinsatz nur die gesondert ausgewiesene Steuer an (5,3 % des Spieleinsatzes abzüglich der Steuer, rund 5 % des eingezahlten Betrags).

Fünf Komma drei Prozent des Einsatzes ohne die Steuer — auf den Betrag umgerechnet, den ein Kunde an der Kasse hinlegt, sind das etwa 5,03 Euro je 100 Euro. Wer mit dieser Zahl hantiert, sollte den Unterschied nicht verwischen: Es sind keine 5,3 % des eingezahlten Betrags. Das ist kein Haarspaltereian, sondern der Grund, warum manche Beispielrechnungen und manche Werbetexte nicht deckungsgleich sind.

Die Steuer trifft jeden, von dem man in Deutschland legal wetten kann. Das ist der wesentliche Punkt. Sie ist keine Begleiterscheinung des deutschen Erlaubnisverfahrens, sondern eine Abgabe, die jeder für einen Einsatz schuldet, der in Deutschland steuerbar ist.

Ob ein Anbieter mit „ohne Steuer“ wirbt, sagt nichts über die Rechtslage, sondern über den Umgang mit der Abgabe.

Worum es also wirklich geht: Die Position der 5,3 % in der Abrechnung. Drei Orte gibt es dafür.

Drei Wege, und keiner davon ist illegal. Der Unterschied liegt darin, wem welche Position besser passt. Das ist eine Frage der Wahl, nicht des Rechts — und damit auch eine Frage, die sich mit Bruchrechnung nachprüfen lässt.

Was seriöse Anbieter in ihren Bedingungen stehen haben

Wer wissen will, wie ein Buchmacher die Steuer behandelt, findet die Antwort nicht in der Werbung, sondern in den Wettregeln. Das ist der einzige Ort, an dem ein Anbieter über die eigene Abrechnung sprechen muss, und es ist erstaunlich, wie unterschiedlich dieselbe Regel klingt.

Interwetten schreibt in den eigenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen, dass die Sportwettensteuer nach dem Rennwett- und Lotteriegesetz von Interwetten getragen wird. Zum Ausgleich, so heißt es weiter, werde bei Wetten ein Quotenabschlag in Höhe von 5,3< % vorgenommen. Das ist offene Sprache, und man muss dem Unternehmen lassen: Es nennt den Mechanismus, statt ihn zu verstecken. Das Versprechen „wir tragen die Steuer“ wird im selben Satz zum Preisschild. Auf jedem gewonnenen Euro fehlen damit 5,3 %.

Wettarena geht den umgekehrten Weg. In den spielrelevanten Informationen steht, dass neben dem Wetteinsatz sowie der gesondert ausgewiesenen Steuer in Höhe von 5,3 % des Einsatzes abzüglich der Steuer (rund 5 % des eingezahlten Betrags) keine weiteren Kosten für die Teilnahme an einer Sportwette anfallen. Hier wird die Steuer also sichtbar auf dem Wettschein aufgeschlagen. Wer dort 100 € spielen will, legt rund 105,30 € hin, und die Quote gilt für den vollen Einsatz.

Sportingbet beschreibt seine Regel in den Wettregeln nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes mit einer Steuer von „5 % des Wetteinsatzes“ — und macht daraus eine eigene Konstruktion: Bei gewonnenen Wetten behält das Unternehmen 5 % des Bruttogewinns aus Einsatz mal Quote ein. Das ist eine Regel, die nur auf gewonnenen Scheinen greift. Der Verlierer merkt nichts davon, der Gewinner trägt sie in voller Höhe.

Ich halte die Offenheit dieser Bedingungen für die wichtigste Information, die überhaupt über einem Anbieter steht — wichtiger als jede Zahl im Werbebanner. Die Sätze sind trocken und stehen drei Bildschirmseiten tief in einem Dokument, das kaum einer liest. Genau dort steht sie, die eigentliche Antwort auf die Steuerfrage.

Warum die Werbung zwei Zahlen für dieselbe Sache nennt

Winamax wirbt auf der eigenen Website mit dem Slogan „0% Wettsteuer und die besten Quoten“. Beides zusammen ist die Botschaft, auf die man achten muss. Wer die Steuer trägt, muss sie irgendwo wieder hereinholen, und der einzige Hebel, den ein Buchmacher dafür hat, ist der Ansatz seiner Quoten.

ODDSET formuliert die Gegenposition ohne Superlativ: Das Unternehmen gibt an, weder den Einsatz noch den Gewinn der Spielenden mit einem Steuerabzug zu belegen, und zahlt Gewinne auf den vollen Einsatz ohne Abzug aus. Das ist derselbe Steuersatz, der hier nicht auftaucht, weil er vorher einkalkuliert wurde.

Genau an dieser Stelle entsteht der eigentliche Vergleich. Nicht „Anbieter mit Steuer“ gegen „Anbieter ohne Steuer“, sondern: Wie viel Quote bekommt der Kunde für sein Geld? Eine Quote ohne Abschlag, bei der die Steuer schon eingerechnet ist, und eine gekürzte und offen ausgewiesene Steuer können pro Euro identisch kosten — oder nicht. Das ist nachprüfbar, und es ist die einzige Frage, die am Ende zählt.

Die Rechtslage: Schuldner, Erlaubnis und was ein .de-Endung aussagt

Die Sportwettensteuer schuldet der Veranstalter, nicht der Spielende

Die entscheidenden Paragrafen sind kurz. Nach § 19 des Rennwett- und Lotteriegesetzes schuldet die Steuer derjenige, der die Wette veranstaltet oder vermittelt — nicht der, der sie abschließt. Für einen Spielenden heißt das: Er zahlt nicht an den Fiskus, und er schuldet nichts, wenn ein Anbieter die Steuer selbst trägt.

Das ist der Satz, dem die gesamte Werbewelt um diesen Themenkomplex folgt. „Ohne Wettsteuer“ ist aus der Sicht des Spielenden also kein Steuerprivileg, sondern eine Preisentscheidung des Anbieters. Und weil es eine Preisentscheidung ist, darf sie sich jederzeit ändern. Wer einen Schein abgibt, spielt zu den Bedingungen, die in diesem Moment in den Wettregeln des Anbieters stehen.

Die Whitelist ist der einzige Nachweis, und sie kennt keine Enddaten

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale) führt die Whitelist der erlaubten Anbieter nach § 9 Absatz 8 des Glücksspielstaatsvertrags. Diese Liste, Stand 2. Oktober 2026, umfasst nach Angaben der Behörde 30 Einträge — 27 Inhaber mit einer Erlaubnis für Sportwetten, von denen zwei zusätzlich Pferdewetten anbieten dürfen, sowie drei Inhaber mit einer reinen Pferdewetten-Erlaubnis. Jede dort gelistete Domain ist eine .de-Domain. Eine .de-Domain allein beweist allerdings nichts: Nach § 4 Absatz 1 des Glücksspielstaatsvertrags begeht unerlaubtes Glücksspiel, wer ohne deutsche Erlaubnis Wetten anbietet, und eine Domainendung ändert daran nichts.

Die Liste zeigt Ausgabedaten, aber kein Enddatum. Eine erste Erlaubnis läuft nach § 4c Absatz 1 fünf Jahre, und wer aus einer Zulassung, die dort im Jahr 2020 erteilt wurde, eine abgelaufene Erlaubnis herausliest, liest aus einer Liste, die dazu nichts sagt. Der Blick in die Whitelist ist trotzdem das einfachste Mittel der Kontrolle: Er ist öffentlich, kostenlos und in einer Minute erledigt.

Was auf der Liste steht, ist außerdem enger, als es wirkt. Erlaubt ist nicht das Haus, sondern die Domain der Sportwetten. Greentube Betting Malta Limited ist für AdmiralBet mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 geführt, mit Folgeerlaubnissen vom 13. Dezember 2022 und 29. Juli 2024; für virtuelle Automatenspiele auf einem separaten Angebot bestehen eigene Erlaubnisse, und die sagen über das Sportwettenangebot nichts aus. Wer die Seriosität eines Buchmachers prüft, prüft also nicht den Konzern, sondern die Eintragung unter genau der Adresse, auf der er spielen will.

Was erlaubte Anbieter dürfen — und was nicht

Die Erlaubnis ist an ein Wettprogramm gebunden. Erlaubt sind Festquotenwettern auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon und auf Ereignisse während des Sports, als Einzel- oder Kombiwetten (§ 21 Absatz 1), und nur in den Wettarten, die die Behörde zugelassen hat (§ 21 Absatz 5). Wie ein Buchmacher sein Wettprogramm zeigt, ist deshalb mehr als eine Frage des Geschmacks: Es zeigt, was er anbieten darf.

Live-Wetten dürfen während eines laufenden Ereignisses nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente in Sportarten gerichtet werden, in denen solche Ereignisse selten sind (§ 21 Absatz 4). Das nächste Tor im Fußball ist erlaubt, der nächste Satz im Tennis auch; der nächste Punkt im Tennis und der nächste Korb im Basketball sind es nicht. Wer den Live-Bereich eines erlaubten Anbieters für dünn hält, vergleicht ihn mit einem Bild, das eine ausländische Seite gar nicht anbieten darf.

Gesperrt sind Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure beteiligt sind — nach der Praxis der Behörde zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateursport. Ebenso gesperrt sind manipulationsanfällige Wetten und Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung (§ 21 Absatz 1a); Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind unzulässig. E-Sport ist keine Sportart im Sinne des Erlaubnisrahmens, und der Behörde zufolge ist Wetten darauf nicht möglich: Ein erlaubtes E-Sport-Wetten gibt es in Deutschland nicht.

Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Ein gesetzliches Höchstlimit pro einzelnen Wettschein gibt es im Sportwettenbereich nicht — ein Satz, der in beide Richtungen wichtig ist. Er begrenzt den Anbieter nicht, und er schützt den Spielenden nicht.

Illegal, aber besser erreichbar: die andere Seite

Über dem ganzen Vergleich steht eine Warnung, die die Behörde selbst ausspricht. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder warnte am 17. September 2026 ausdrücklich davor, an illegalen Angeboten teilzunehmen, und nannte Platincasino namentlich. Wer in Deutschland Wetten ohne deutsche Erlaubnis anbietet, begeht unerlaubtes Glücksspiel. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta hat in Deutschland keine Bedeutung.

Ein Verstoß gegen das Angebotsverbot ist auch strafbar. Das Veranstalten kann nach § 284 des Strafgesetzbuchs mit bis zu zwei Jahren Freiheitstrafe oder Geldstrafe belegt werden, die Werbung dafür mit bis zu einem Jahr. Die Teilnahme ist nach § 285 mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe bedroht; Verfolgungen einzelner Spielender sind nicht belegt, und daraus folgt weder eine Erlaubnis noch ein Grund, ein Übertreibungsfeuerwerk abzubrennen.

Die Behörde kann Verbote aussprechen, Zahlungen und Netzwerke sperren (§ 9). Vor Zivilgerichten sind in mehreren Fällen Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24, Tipico) hält Generalanwalt Nicholas Emiliou es grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Ein Urteil steht aus. Niemandem ist damit eine Rückzahlung versprochen.

Nüchtern betrachtet bleibt ein Tauschgeschäft, und wer die Wahl hat, sollte wissen, was auf jeder Seite liegt. Die Offshore-Variante liefert höhere Limits und ein breiteres Optionsmenü — dafürweder Wachstum noch Limitdatei. Der erlaubte Anbieter liefert Rechtssicherheit, aber mit 1.000 € Einzahlungslimit im Monat, eingeschränkten Live-Märkten, vollständiger Verifizierung und dem Zahlungskonto auf den eigenen Namen.

Warum der Spielerschutz von der Steuerdebatte unberührt bleibt

Ein Zahlenvergleich, der zeigt, worüber hier eigentlich geredet wird

Ein kurzer Blick auf die Größenordnungen, um die es geht. Die Steuereinnahmen aus Sportwetten in Deutschland sind im Jahr 2023 gegenüber dem Vorjahr um 5,2 % auf 409 Millionen Euro zurückgegangen. Zehn Jahre zuvor, im Jahr 2013, hatten sie 189 Millionen Euro betragen; die Einnahmen des Jahres 2023 lagen damit 116,8 % höher als zehn Jahre zuvor. Die gesamten Steuereinnahmen aus Glücksspiel betrugen 2023 rund 2,48 Milliarden Euro, ein Minus von 3,6 % gegenüber dem Vorjahr, und die Lotteriesteuer machte mit rund 1,77 Milliarden Euro 71 % davon aus.

Ein Smartphone liegt mit dem Display nach unten auf einem Küchentisch, daneben stehen ein Glas Wasser und eine Armbanduhr.
Interwetten gibt in seinen AGB an, dass die Sportwettensteuer von Interwetten getragen wird; zum Ausgleich wird bei Wetten ein Quotenabschlag in Höhe von 5,3 % vorgenommen.

Diese Zahlen betreffen das Steueraufkommen des Staates, nicht die Taschen der Spieler. Genau das ist der Punkt. Wie ein Anbieter die Steuer auf dem Wettschein abbildet, ändert nichts daran, dass eine Wette verloren gehen kann und dass es dabei bleibt.

„Ohne Steuer“ macht den Schein nicht besser, sondern höchstens anders teuer

Ein Wettschein mit einer Quote von 2,00 bleibt ein Wettschein mit einer Quote von 2,00. Der eine Anbieter zeigt dem Kunden 105,30 € Einsatz und zahlt im Gewinnfall 200,00 €; der andere zeigt 100 € und zahlt 189,40 € aus. Dass Beruhigendste an dieser Rechnung ist, dass sie so einfach ist — und das Unangenehmste, dass die Quote dahinter nichts über die Chance aussagt.

Spielerschutz wird in Deutschland nicht über Werbesprüche organisiert, sondern über Werkzeuge mit Namen. Dazu gehört das Einzahlungslimit: Nach § 6c Absatz 1 des Glücksspielstaatsvertrags liegt die Voreinstellung bei 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, umgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, kann für eine einzelne Person ein höheres Limit setzen — bis 10.000 €, in einem schmalen Kontingent bis 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler — aber nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Eine Absenkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen.

Dazu kommen weitere Regeln, deren Inhalt kein Werbebanner ersetzt. Die Teilnahme ist ab 18 Jahren erlaubt (§ 4 Absatz 3). Pro Anbieter ist ein Konto vorgesehen, mit vollständiger Verifizierung (§ 6a); vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spielbetrieb zulassen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Das gleichzeitige Spielen bei mehreren Veranstaltern ist untersagt (§ 6h, Aktivitätsdatei). Wer sich sperren will, nutzt OASIS, das bundesweite Sperrsystem nach den §§ 8 und 8a, das bei der Registrierung und bei jedem Login abgefragt wird.

Ein Limit ist keine Kürzung des Verlustrisikos, sondern eine Bremse

Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spielende einen Zeitraum nennt, andernfalls mindestens ein Jahr. Der Panikknopf nach § 6i Absatz 3 löst eine sofortige Sperre für 24 Stunden aus.

Für die Frage nach der Steuer bedeutet das alles nichts unmittelbar — aber es ordnet den Vergleich. Der Reiz der Offshore-Seite liegt genau dort, wo die Werkzeuge fehlen: kein OASIS, keine LUGAS-Datei, keine monatliche Voreinstellung, kein Kontrahierungszwang bei der Verifizierung. Dieses Fehlen ist Teil des Angebots.

Bei den erlaubten Anbietern stehen die Gelder der Spielenden auf einem treuhänderisch geführten, insolvenzgeschützten Konto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Absatz 6 und 7). Und für Zahlungen gilt § 6b Absatz 4: Einzahlungen nur von einem Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut; anonyme Zahlungsmittel sind nicht erlaubt. Das ist der Mechanismus, der Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem erlaubten deutschen Sportwetten heraus hält. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht nur in seinen Bedingungen.

Was sich bei einem Anbieterwechsel ändert — und sich lohnt zu lesen

Wer das Konto wechselt, wechselt nicht nur die Quoten. Er wechselt das Steuermodell, und das hat Folgen, die sich erst auf dem Wettschein zeigen. Manche Anbieter führen die Steuer als eigene Zeile und zeigen dem Kunden damit den wahren Preis; andere verstecken sie in der Quote und lassen den Kunden im Dunkeln, um wie viel. Wer seine Quoten vor und nach der Kontoeröffnung vergleicht, sieht den Unterschied selbst — der Vergleich ist die einzige verlässliche Methode.

Betway nennt die Wettsteuer im abschließenden Prüfschritt des Wettscheins als eigenen Posten neben den ausgewählten Spielen und dem jeweiligen Wettsystem. Das ist eine von drei möglichen Darstellungen, und es macht den Anbieter nicht günstiger oder teurer — es macht ihn lesbar. Wer sich über die Kosten seines Scheins informieren will, klickt auf diesen Schritt, bevor er ihn abschickt.

Wie die zehn erlaubten Anbieter die Steuer behandeln

Schritt für Schritt zur eigenen Zahl

Ein Beispiel mit einfachen Zahlen, und es stehen nur zwei Wege zur Wahl. Ein Einsatz von 100 € auf eine Quote von 2,00. Der eine Anbieter weist 105,30 € aus, die Quote gilt für den vollen Betrag, der Gewinnfall bringt 200,00 € zurück, der Nettoertrag liegt bei 94,70 €. Der andere Anbieter nimmt 100 € und kürzt die Quote um 5,3 % — aus 2,00 wird 1,894, und die Auszahlung beträgt 189,40 €, mit einem Nettoertrag von 89,40 €.

Der Abstand zwischen diesen beiden Wegen beträgt 10,60 € auf einen einzigen Treffer, wenn der Einsatz jeweils so gewählt wird, dass 100 € eigenes Geld auf dem Tisch liegt. Das ist keine Kleinigkeit, und es ist genau die Größe, die die Werbeaussage „ohne Wettsteuer“ in der Praxis ausmacht.

Und weil der Einsatz in der Steuerbemessung selbst steckt, lohnt ein zweiter Blick. Der Quotenabschlag betrifft die Auszahlung, nicht den Einsatz. Der Ausweis auf dem Wettschein betrifft den Einsatz, nicht die Quote. Beides zusammen gerechnet ergibt: Für einen treffenden Schein kostet der eine Weg rund 10,60 €, gerechnet auf die Differenz der Auszahlungen bei gleichem wirtschaftlichem Einstand. Wer die Bandbreite kennt, kann sie auf jedem Wettschein selbst nachvollziehen.

Was am Wettschein steht und was verschwiegen wird

Wer die Steuerzeile sucht, findet sie bei den drei erlaubten Anbietern an unterschiedlichen Stellen. Interwetten führt sie nicht als Zeile, sondern erklärt in den AGB, dass die Steuer getragen wird und der Ausgleich über den Quotenabschlag erfolgt. Wettarena zeigt sie als gesonderten Posten neben dem Einsatz. Betway führt sie im letzten Prüfschritt des Wettscheins auf.

Winamax und ODDSET erklären beide, dass der Spielende nicht belastet wird. Bei ODDSET lautet die Aussage, dass weder Einsatz noch Gewinn mit einem Steuerabzug belegt und Gewinne auf den vollen Einsatz ohne jeden Abzug ausbezahlt werden. Bei Winamax ist es die Sache mit dem Slogan. In beiden Fällen ist die Steuer verschwunden — in der Quote.

Die drei Wege sind also nicht in der Höhe unterschiedlich, sondern in der Sichtbarkeit. Und das ist der Grund, warum es sich lohnt, bei jedem neuen Anbieter zuerst die Wettregeln zu öffnen und danach auf das Wettangebot zu blicken.

Wann der Quotenabschlag den Spielenden mehr kostet, als er denkt

Es gibt ein Muster, das man aus den Beispielen ableiten kann, und es lohnt die Mühe. Bei kleinen Quoten wiegt der Abschlag schwerer als bei großen, weil er auf die gesamte Auszahlung wirkt. Wer eine Wette mit einer Quote von 1,20 spielt, trägt den Abschlag auf den stark überwiegenden Teil seines Einsatzes — bei einer Quote von 5,00 verteilt er sich auf einen kleineren Einsatzanteil.

Bei Interwetten kommt eine zweite Regel hinzu, die man in diesem Zusammenhang kennen sollte: Es ist dort nicht möglich, Wetten mit einer Quote unter 1,10 als Einzelwette zu platzieren. Tipps mit niedrigeren Quoten müssen als Kombi- oder Systemwetten gespielt werden. Wer solche Wetten einstreuen will, muss die Kombination als Umweg wählen.

Und eine Ausnahme steht bei Interwetten ausdrücklich im Text: Vom Einsatz wird nach den AGB der Allgemeinen Geschäftsbedingungen nichts abgezogen, im Gewinnfall reduziert sich aber die Auszahlungsquote und damit der Wettgewinn um 5,3 % — ausgenommen Cash-Out-Gewinne. Wer einen vorzeitigen Ausstieg nutzt, trägt den Abschlag in dieser Konstellation nicht. Ich würde das nicht als Geschenk lesen, sondern als Einzelfall in der Formulierung.

Bei Gleichstand entscheidet der Wettschein, nicht die Werbung

Für jemanden mit kleinem Budget zählt der Abstand zwischen den Wegen von 10,60 € pro Treffer deutlicher als für einen Spieler mit großen Einsätzen. Beide Wege sind zulässig, keiner ist per se der günstigere. Die Wahl hängt also vom eigenen Spielverhalten ab — und davon, ob man bereit ist, zwei Quoten zu vergleichen, bevor man ein Konto eröffnet.

Wer die steuerliche Position eines Anbieters sowieso nicht nachvollziehen will, sollte auf die Anbieter schauen, die die Zeilen offen ausweisen. Wer Wert darauf legt, den Quotenansatz selbst zu prüfen, kann sich das Steuermodell ansehen und dann die Quoten vergleichen. Der Nutzen der Offenheit liegt in der Nachprüfbarkeit, nicht im Preis.

Ein Konto, das den Steuerweg nicht kennt

Die Nüchternheit der alten Regeln hilft hier. Nach § 6b Absatz 4 darf ohnehin nur von einem Konto auf den eigenen Namen eingezahlt werden, und anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen. Wer also die Größe der Steuerzeile zum Anlass nimmt, bei einem Anbieter mit unklarer Regel zu spielen, verliert mehr Kontrolle, als er gewinnt.

Im Kern läuft die Entscheidung auf eine Frage zu: Wie viel Quote zahlt eine Seite für einen Euro eigenes Geld, und wie steht es um die Konkurrenzfähigkeit des Angebots? Wer diese Frage beantwortet, braucht den Satz „ohne Steuer“ nicht mehr.

Was die Whitelist für die Auswahl bedeutet — und was nicht

Die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder ist der Ausgangspunkt jeder Auswahl. 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis. Einen Anbieter mit vollständigen Angaben zu Bewertungen, Quoten und Sportarten gibt es dort nicht — die Erlaubnis sagt nichts darüber, wie gut ein Wettangebot ist, sondern nur darüber, dass es angeboten werden darf. Die Behörde prüft nicht, wie hoch der Quotenschlüssel eines Anbieters ist, und sie prüft nicht, wie schnell eine Auszahlung läuft.

Ein Vergleich über die zehn folgenden Anbieter zeigt deshalb, wie unterschiedlich die Steuerbehandlung ausfallen kann, und lässt die Erlaubnis als gemeinsamen Nenner stehen. Wer auf Auszahlungen und Zahlungsmethoden Wert legt, wird sie deshalb zusätzlich in den Bedingungen jedes Anbieters nachsehen müssen.

Panorama der zehn Sportwetten-Anbieter mit deutscher Erlaubnis

Anbieter Inhaber laut Whitelist (Erlaubnis für Sportwetten) Sportwetten-Erlaubnis seit
888sport 888 Germany Limited 30.06.2021, Folgeerlaubnis 15.12.2022
Betano Betkick Sportsbetting Limited 19.02.2021, Folgeerlaubnis 16.12.2022
Tiptorro Torro Tec Limited 30.06.2021, Folgeerlaubnis 27.12.2022
LeoVegas LVSports Limited 21.10.2024
AdmiralBet Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnisse 13.12.2022 und 29.07.2024
bpremium Ladbrokes (Deutschland) Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022
NEO.bet Greenvest Betting Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022
Sportingbet Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022
Sportwetten.de NetX Betting Limited 19.11.2020, Folgeerlaubnis 16.12.2022
bwin bwin (Deutschland) Limited 23.12.2022

Die Tabelle sortiert die zehn nicht nach Güte, sondern nach dem, was in der Whitelist schwarz auf weiß steht: Inhaber und Erlaubnisdatum. Wer die Steuer als Auswahlkriterium nutzt, muss die Tabelle deshalb mit den Bedingungen der einzelnen Anbieter ergänzen.

Ein Hinweis dazu, was die Tabelle nicht zeigt: Die Whitelist führt keine Enddaten, und die Daten der folgenden Erlaubnisse sind keine Laufzeitangaben.

Die geprüften Anbieter im Einzelnen

888sport: Wo eine Konzernnotiz die Erlaubnis bereits abdeckt

Die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder führt für 888sport die 888 Germany Limited als Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 30.06.2021, mit einer Folgeerlaubnis vom 15.12.2022. Der Konzern dahinter ist größer als die deutsche Tochter: Die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar ist die Holdinggesellschaft der 888-Gruppe, zu der 888sport gehört, und die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert. Interessant ist das für einen deutschen Spieler nur begrenzt, denn die britische Börsennotierung sagt nichts über die deutsche Erlaubnis; relevant ist der Eintrag unter 888sport und die daran gebundene Erlaubnis.

Wer dort spielt, spielt innerhalb des deutschen Rahmens — mit den Werkzeugen, die dieser Rahmen kennt, und mit den Zahlungsbeschränkungen, die nach § 6b Absatz 4 an das eigene Konto gebunden sind. Für den Vergleich der Steuerwege ist das ein sauberer Ausgangspunkt, weil die deutsche Erlaubnis zwar nur über den Quotenansatz entscheidet, aber immerhin den Rahmen setzt, in dem ein Quotenschlüssel überhaupt bewertbar ist.

Betano: Erlaubnislage und Steuerbehandlung

Für Betano ist in der Whitelist die Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan, Malta, als Inhaberin einer Sportwetten-Erlaubnis geführt, erstmals erteilt am 19.02.2021, mit einer Folgeerlaubnis vom 16.12.2022. Der Firmenname klingt nach Spaß, die Erlaubnislage ist es nicht: Der Eintrag ist der nüchterne Nachweis, der in Deutschland zählt.

Wer sie klären will, sollte vor der ersten Einzahlung die Wettregeln und die abschließende Prüfseite des Wettscheins öffnen — dort steht bei anderen Anbietern entweder die Steuerzeile oder der Hinweis auf den Quotenabschlag. Das ist der einzige belastbare Weg, die eigene Kostenlage zu klären.

Tiptorro: Ein App-Anbieter mit klarem Aufsichtsbezug

Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited mit Sitz in Malta angeboten, die sich selbst als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder beschreibt. Die Whitelist führt den Anbieter für Tiptorro mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 30.06.2021 und einer Folgeerlaubnis vom 27.12.2022.

Eine Selbstbeschreibung ist kein Registereintrag, und deshalb ist der Weg über die Whitelist der richtige. Wer die App nutzt, sollte vor dem ersten Schein prüfen, ob die Steuer im Wettschein als Position auftaucht — bei einem Anbieter, dessen Angebot stark auf eine App zugeschnitten ist, ist das die Stelle, an der man die Kosten am ehesten übersieht.

LeoVegas: Ein jüngerer Eintrag mit kürzerer Historie im Sportwettenbereich

Für LeoVegas führt die Whitelist die LVSports Limited als Betreiberin, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024 und für virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023. Die beiden Daten liegen einander nicht fern, aber sie betreffen verschiedene Dinge: Die Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele ist eine eigene Erlaubnis mit eigenen Regeln und sagt nichts über das Sportwettenangebot — auch wenn sie im selben Registereintrag steht.

Für den Steuervergleich ist wichtig, dass die Sporterlaubnis hier vergleichsweise jung ist. Wer wissen will, wie der Anbieter mit der Steuer umgeht, findet die Antwort nicht im Erlaubnisdatum, sondern in den Wettregeln.

AdmiralBet: Die längste Erlaubnishistorie im Feld

Die Whitelist führt für AdmiralBet die Greentube Betting Malta Limited als Betreiberin, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 und 29.07.2024. Für virtuelle Automatenspiele auf einem separaten Angebot besteht eine Erlaubnis seit dem 28.09.2022 — ein eigener Vorgang, der über das Sportwettenangebot nichts aussagt.

Zwei Folgeerlaubnisse in vier Jahren sind kein Qualitätsbeweis, aber sie zeigen einen Anbieter, der den deutschen Rahmen mehrfach durchlaufen hat. Wer die Steuerbehandlung prüfen will, findet bei diesem Anbieter in den geprüften Quellen keinen Hinweis auf einen Quotenabschlag. Wer Sicherheit braucht, liest vor der Kontoeröffnung den Prüfschritt des Wettscheins, in dem die Kosten spätestens auftauchen müssen.

bpremium: Wo der Steuerweg und die Kosten des Kontos zwei Dinge sind

Für bpremium ist in der Whitelist die Ladbrokes (Deutschland) Limited als Inhaberin der Sportwetten-Erlaubnis geführt, erstmals erteilt am 09.10.2020, mit einer Folgeerlaubnis vom 21.12.2022. Der Name im Register führt zu einer bekannten Marke, die Erlaubnis selbst aber gehört der deutschen Gesellschaft für diese Domain.

Bei den Kosten des Kontos trennt dieser Anbieter genauer, als manche Konkurrenten es tun: Die Auszahlungsgebühren hängen von der gewählten Zahlungsmethode ab, und bei Banküberweisungen in Euro innerhalb des SEPA-Raums fallen die regulären Inlandsgebühren der Banken an, auf die der Anbieter keinen Einfluss hat. Wer die Steuerdiskussion mit der Frage nach den Kontokosten verwechselt, sollte sich diesen Satz ansehen — es sind zwei verschiedene Rechnungen mit zwei verschiedenen Adressaten.

NEO.bet: Eine kurze Erlaubniskette mit einem deutlichen Datum

Für NEO.bet führt die Whitelist die Greenvest Betting Limited als Betreiberin, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Vier Betreiber im Feld teilen sich dieses Erstausgabedatum vom 9. Oktober 2020, was über die einzelne Marke nichts aussagt — es sagt etwas über den Zeitpunkt, an dem die Behörde ihre ersten Sportwetten-Erlaubnisse ausgegeben hat.

Der Steuerweg dieses Anbieters bleibt in den geprüften Quellen offen. Wer dort ein Konto anlegt, sollte die erste Einzahlung klein halten und den ersten Wettschein vollständig lesen, bevor er Einsätze erhöht.

Sportingbet: Bei gewonnenen Wetten greift die eigene Steuerregel

Hier steht die konkreteste Steuerregel des ganzen Feldes. Sportingbet nennt in den Wettregeln nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes eine Steuer von „5 % des Wetteinsatzes“, behält bei gewonnenen Wetten aber zugleich 5 % des Bruttogewinns aus Einsatz mal Quote vom Gewinn ein. Der zweite Teil des Satzes ist der entscheidende, weil er die Steuer anders zuschneidet als das Gesetz: Sie trifft nur den Fall, dass die Wette aufgeht, und sie berechnet sich am Gewinn, nicht am Einsatz.

Wer diesen Satz nicht liest, merkt die Regel nie — auf verlorenen Scheinen taucht sie nicht auf. Das ist die eigentliche Information in dieser Regel: Der Verlustfall bleibt unberührt, und wer häufig verliert, spürt sie selten, während erfolgreiche Scheine sie in voller Höhe tragen. Die Whitelist führt für Sportingbet die Sportingbet (Deutschland) Limited, mit einer ersten Erlaubnis vom 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 21.12.2022.

Sportwetten.de: Sieben Zahlungswege, klare Vorgaben beim Einzahlen

Die Whitelist führt für Sportwetten.de die NetX Betting Limited als Inhaberin der Sportwetten-Erlaubnis, erstmals erteilt am 19.11.2020, mit einer Folgeerlaubnis vom 16.12.2022. Zu den Zahlungsmethoden listet der Anbieter Kundenkarte, PayPal, Sofortüberweisung über Trustly, Kreditkarte von Visa und Mastercard, Banküberweisung, Skrill und Aircash; für alle sind keine Gebühr und sofortige Bearbeitung angegeben, mit einem Mindestbetrag von 10,00 € bei Trustly, Skrill und Aircash. Einzahlungen über Dritte sind nicht gestattet.

Dieser letzte Satz ist der interessantere, weil er die Regel aus § 6b Absatz 4 in der Sprache eines Anbieters wiederholt: Geld darf nur vom eigenen Konto kommen. Wer für einen Freund einzahlen will oder die Karte eines Familienmitglieds nutzt, stößt hier auf eine harte Grenze — und zwar nicht aus Misstrauen des Händlers, sondern weil die Erlaubnis es so verlangt. Sieben Zahlungswege klingt nach breiter Auswahl; die Auswahl endet bei der Kontoinhaberschaft.

bwin: Späte Erstzulassung in einer dichten Besetzung

Für bwin führt die Whitelist die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta, als Inhaberin der Sportwetten-Erlaubnis. Als Erlaubnisdatum steht in der Whitelist der 23.12.2022 — das späteste Erstausgabedatum im Feld.

Wer die Marke kennt, verbindet mit ihr eine lange Geschichte, und das Datum im Register erzählt eine andere: Es bezieht sich auf die Erlaubnis für diese Domain, nicht auf die Marke. Ein Registereintrag vom Dezember 2022 ist kein Neuanfang, sondern eine Zulassung unter dem Regime des Glücksspielstaatsvertrags. Für den Steuervergleich zählt auch hier nur, was in den Wettregeln steht — und wer die Quoten zweier Anbieter vergleicht, sollte die deutschen Quoten vergleichen, nicht die einer ausländischen Markenseite desselben Konzerns.

Häufige Fragen zur Sportwettensteuer

Wie hoch ist die Sportwettensteuer in Deutschland, und auf welche Bezugsgröße wird sie berechnet?

Der Satz beträgt 5,3 % des Einsatzes, allerdings ohne die Steuer selbst: Die Bemessungsgrundlage ist nach § 17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes der Einsatz abzüglich der Abgabe. Auf den an der Kasse gezahlten Betrag umgerechnet, sind das etwa 5,03 %. Die Abgabe fällt seit dem 1. Juli 2012 an.

Wer schuldet die Sportwettensteuer, der Anbieter oder die Spielenden?

Nach § 19 des Rennwett- und Lotteriegesetzes schuldet sie der Veranstalter oder Vermittler der Wette — nicht der Spielende. Deshalb ist „ohne Steuer“ rechtlich keine Frage der Steuerpflicht, sondern eine Entscheidung des Anbieters, wie er die Abgabe in Einsatz, Quote oder Auszahlung abbildet.

Was bedeutet die Werbung mit „0 % Wettsteuer“ für die Quote und die Auszahlung?

Sie sagt, dass der Anbieter die Abgabe selbst trägt. Bezahlt wird sie trotzdem, und weil die Quote sein einziger Hebel ist, sitzt sie künftig im Quotenansatz. Beispiel: Ein Einsatz von 100 € auf 2,00 bringt bei ausgewiesener Steuer 200,00 € zurück, bei einem Quotenabschlag von 5,3 % dagegen 189,40 €. Die 10,60 € Differenz sind der Preis.

Wie wird der Gewinn berechnet, wenn der Anbieter einen Quotenabschlag von 5,3 % vornimmt?

Aus der Nennquote wird 2,00 × 0,947 = 1,894. Bei 100 € Einsatz beträgt die Auszahlung damit 189,40 € statt 200,00 €, der Nettoertrag liegt bei 89,40 €. Vom Einsatz selbst zieht der Anbieter nichts ab, wie Interwetten in seinen AGB schreibt, und Cash-Out-Gewinne nimmt er von der Kürzung ausdrücklich aus.

Warum bieten Seiten ohne deutsche Erlaubnis Wetten ohne Steuer an, und was fehlt dort?

Weil sie nicht an den deutschen Erlaubnisrahmen gebunden sind. Es fehlen der Anschluss an OASIS und an die LUGAS-Limitdatei, die Voreinstellung von 1.000 € pro Kalendermonat, die eingeschränkten Live-Märkte und die nach § 6b Absatz 4 vorgeschriebene Einzahlung vom eigenen Konto. Angebote ohne deutsche Erlaubnis sind unerlaubtes Glücksspiel, und die Behörde warnt davor.

Seit wann wird die Sportwettensteuer in Deutschland erhoben?

Seit dem 1. Juli 2012. Das zeigen auch die Steuereinnahmen: 2013 betrugen sie 189 Millionen Euro, 2023 waren es 409 Millionen Euro — trotz eines Rückgangs von 5,2 % gegenüber dem Vorjahr ein Zuwachs von 116,8 % innerhalb von zehn Jahren.

Inhalt erstellt vom Team «Basketballwetten online»