Freebet ohne Einzahlung — der Gratiswette auf den Grund gerechnet
Stand: 30. Oktober 2026. Die Angaben zu Erlaubnissen stammen aus der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, Angebotsbedingungen aus den veröffentlichten Teilnahmebedingungen der Anbieter.

Die Gratiswette ist keine Gratiswette, sie ist ein Rabatt mit Fußnote
Wer „Freebet ohne Einzahlung“ in die Suchzeile tippt, sucht Geld, das niemand einfordert. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Was unter diesem Namen läuft, ist eine Wette, deren Einsatz nicht mit dem Gewinn ausgezahlt wird. Gewinnt die Wette, bekommt der Kunde den Reingewinn — der Einsatz bleibt beim Anbieter. Wer 10 € Freebet auf eine Quote von 2,00 setzt, hält am Ende 10 € in der Hand, nicht 20 €. Der zweite Einsatz ist schon bezahlt, nur nicht von ihm.
Das ist der erste Posten einer Rechnung, die auf dieser Seite nirgends verschwindet: Nennt der Anbieter 100 € Wett-Credits, sind das keine 100 €, sondern ein Gutschein über 100 € Einsatz. Was daraus wird, entscheidet die Quote, die der Kunde trifft, nicht die Schlagzeile auf dem Banner.

Der zweite Posten, unsichtbarer, sitzt in jedem Kurs. Die Buchmachermarge steckt in der Quote, und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass sie bei einer Gratiswette verschwindet. Genau deshalb ist eine Freebet nur auf den ersten Blick kostenlos: Sie kostet nichts, aber sie ist auch nichts wert, bis man weiß, was für eine Quote man damit treffen muss.
Der dritte Posten ist der, den die Marketingabteilung am liebsten weglässt: die Bedingungen. Umsatzanforderung, Mindestquote, Frist, Höchstgrenze je Wettschein, Verbot bestimmter Wettarten, Verifikationspflicht vor der Freischaltung. Jede einzelne davon verkleinert, was am Ende ausgezahlt wird. Wer die vier Zeilen Kleingedrucktes nicht liest, hat nicht eine Gratiswette bekommen, sondern eine Gratiswette mit einem Preis, den er nicht kennt.
Ein Hinweis vorweg, weil er für jeden weiteren Absatz gilt: Diese Seite nennt keinen Bonuscode. Was hier steht, beschreibt, was ein Angebot wert ist und was es verlangt — nicht, wie man es sich holt.
Rechtslage: Eine Freebet gehört nur dann zum regulierten Markt, wenn der Anbieter auf der Whitelist steht
In Deutschland darf Sportwetten im Internet nur veranstalten oder vermitteln, wer über eine Erlaubnis verfügt. Zuständig ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale), die unter dem GlüStV 2021 arbeitet, in Kraft seit dem 1. Juli 2021. Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV und überwacht den Markt nach § 28a. Die Steuer ist nicht ihre Sache — dafür ist das Finanzamt zuständig.

Der einzige belastbare Test, ob ein Anbieter erlaubt ist, ist die amtliche Whitelist nach § 9 Abs. 8. Der Stand vom 02.10.2026 führt 30 Einträge: 27 Veranstalter mit einer Sportwetten-Erlaubnis, davon zwei zusätzlich mit Pferdewetten, und drei Veranstalter ausschließlich für Pferdewetten. Eine .de-Domain allein beweist nichts. Sieht man auf einem Banner „.de“, ist das eine Endung, kein Nachweis.
Eine Erlaubnis läuft fünf Jahre nach § 4c Abs. 1. Die Whitelist nennt nur Erteilungsdaten, kein Enddatum. Wer wissen will, ob die Erlaubnis eines Anbieters noch gilt, sucht den Anbieter in der aktuellen Liste und nicht in einem Archiv.
Was ein Sportwetten-Permit nicht mitbringt
Nur die Domain, die unter der Sporterlaubnis geführt wird, nimmt Sportwetten an. Ein Veranstalter, der zugleich Slots, Poker oder virtuelle Automatenspiele anbietet, hält dafür eigene Erlaubnisse mit eigenen Regeln. Eine Casino-Zulassung ist keine Erlaubnis fürs Sportwetten, und eine Limitregel aus dem Automatenspiel ist keine Limitregel für Wetten. Wer im Vergleich zweier Anbieter die Lizenzen gegenüberstellt, muss deshalb die Zeile suchen, in der Sportwetten steht.
Das klingt nach einem Detail, bis man auf ein Angebot stößt, das eine Automatenmarke im Namen trägt.
Was in Deutschland überhaupt gesetzt werden darf
Erlaubt sind Festquotensportwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon sowie auf Zwischenereignisse, als Einzel- oder Kombinationswette nach § 21 Abs. 1 — und nur Wettarten, die die Behörde zugelassen hat. Das Sportwettprogramm des jeweiligen Veranstalters nach § 21 Abs. 5 ist die Liste, an der man sich entlanglesen kann.
Livewetten sind enger gezogen, als es die Werbung vermuten lässt: Während eines laufenden Ereignisses darf nach § 21 Abs. 4 nur auf das Endergebnis sowie auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente in Sportarten gesetzt werden, in denen solche Ereignisse selten sind. Nächstes Tor im Fußball: ja. Nächster Satz im Tennis: ja. Nächster Punkt im Tennis, nächster Korb im Basketball: nein. Ein Anbieter, der eine Livewette auf den nächsten Korb bewirbt, wirbt mit etwas, das in dieser Form nicht im erlaubten Programm steht.
Verboten sind Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure teilnehmen — die Behörde rechnet Fußball unterhalb der 3. Liga dem Amateurbereich zu —, ferner manipulationsanfällige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße und deren Sanktionierung (§ 21 Abs. 1a). Wetten auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse sind nicht zulässig.
Zum E-Sport ist die Haltung eindeutig: Die Behörde stellt fest, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt ist. Ein lizenziertes E-Sport-Wetten-Angebot gibt es in Deutschland nicht. Wer eine Gratiswette auf ein E-Sport-Turnier bewirbt, sollte sich fragen, unter welcher Erlaubnis das geschieht.
Gewinne werden erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses ausgezahlt. Und noch eine Zahl, die viele falsch vermuten: Eine gesetzliche Höchstgrenze für den Einsatz pro Wette kennt das Sportwettenrecht nicht. Wer eine Schlagzeile über „Einsatzlimits von Amts wegen“ liest, liest über das Automatenspiel.
Warum die Erlaubnis für den Kunden selbst zählt
Ein erlaubter Anbieter bedeutet: Die Behörde kann eingreifen, und der Spieler hat eine Aufsicht, an die er sich wenden kann. Bei einem Angebot ohne deutsche Erlaubnis fehlt beides — kein Eintrag in der Sperrdatei OASIS, keine Weitergabe an die Limitdatei LUGAS, kein deutscher Rechtsweg, aber auch die Möglichkeit deutlich höherer Limits. Die Behörde warnt ausdrücklich vor illegalen Angeboten; in einer Mitteilung vom 17. September 2026 nannte sie in diesem Zusammenhang den Namen Platincasino.
Ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis begeht unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV. Eine Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Erlaubnis hat in Deutschland keine Bedeutung. Das Strafrecht greift: Veranstalten nach § 284 StGB bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, Werbung bis zu einem Jahr, Teilnahme nach § 285 StGB bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Verfolgungen einzelner Spieler sind nicht belegt — das ist weder ein Freibrief noch ein Grund zur Dramatik. Die Durchsetzung läuft über Untersagungen, Zahlungs- und Netzwerksperren.
Bei den Zivilgerichten ist eine Bewegung entstanden. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht; der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Generalanwalt Nicholas Emiliou hält es in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 in der Rechtssache C-530/24 (Tipico) grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen.
Man sollte daraus nicht mehr lesen, als dort steht. Ein Urteil ist nicht gesprochen, und ein Anspruch auf Rückzahlung wird niemandem zugesagt. Wer auf ein Angebot ohne Erlaubnis setzt, trägt das Risiko bis zu einer Entscheidung selbst.
Werbung und Bonus: Was die Regeln sagen und was nicht
Ein Anbieter darf für Sportwetten nur werben, wenn er eine Erlaubnis hält (§ 5 Abs. 7). Die in der Öffentlichkeit bekannteste Werbebeschränkung, das Verbot zwischen 6 und 21 Uhr, betrifft die Werbung für virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele — nicht die Sportwettenwerbung. Für Sportwetten gilt anderes: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während dessen Liveübertragung im selben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz (§ 5 Abs. 3, 6).
Der Punkt, der viele überrascht: Das GlüStV enthält keine Vorschrift, die einen Sportwettenbonus der Höhe nach festsetzt oder deckelt. Beträge, Umsatzbedingungen und Mindestquoten stammen ausschließlich aus den Teilnahmebedingungen des jeweiligen Anbieters. Für den Kunden heißt das: Es gibt keinen Regler, der Anbieter zu einem fairen Bonus zwingt. Es gibt nur die Bedingungen, die sie selbst schreiben.
Der Milliardenmarkt der Spielerschutzrechte
Und es gibt die Kehrseite: Bezahlt der Kunde in einem illegalen Angebot, landen seine Einsätze in einem Kreislauf, in dem niemand für ihn zuständig ist. Genau darum geht es bei der Whitelist. Wer sie prüft, prüft in einem Schritt, ob für ihn ein Ansprechpartner existiert, wenn etwas schiefgeht.
Der Sitztanz, der sich Abwarten nennt
Bleiben wir einen Moment bei der EuGH-Vorlage. Sie ist so lange ohne Belang, bis sie es nicht mehr ist. Bis dahin gilt: Die Frage, ob verlorene Einsätze ohne deutsche Erlaubnis zurückzuholen sind, wird vor den höchsten Gerichten Europas verhandelt. Der Kunde, der heute auf ein nicht gelistetes Angebot setzt, bekommt dabei keine Antwort, sondern nur ein Datum, an dem vielleicht eine kommt.
Spielerschutz: Weder Gratiswette noch Echtgeld ändern etwas an den Regeln
Die Schönheit der Suchanfrage „Freebet ohne Einzahlung“ liegt in der Annahme, Spielerschutz treffe einen nicht, weil man ja nichts einsetzt. Die Regeln sehen das anders. Sie knüpfen an das Konto an, nicht an den Herkunftsweg des Geldes.
Teilnehmen darf nur, wer 18 Jahre alt ist (§ 4 Abs. 3). Ein Konto pro Anbieter, vollständig verifiziert, lautet die Regel nach § 6a. Vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel ermöglichen — mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Das ist die Falle, die in der Praxis am häufigsten zuschnappt: Wer die Verifizierung liegen lässt, weil er „ja nur die Gratiswette“ abholen wollte, sitzt in einem Zeitfenster mit einer zweistelligen Obergrenze.
Das Einzahlungslimit gilt auch, wenn der Anbieter nichts von Einzahlung schreibt
Nach § 6c Abs. 1 steht das Standardlimit bei 1.000 € pro Kalendermonat, über alle Anbieter hinweg, durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es vorsieht, kann für einen einzelnen Spieler ein höheres Limit setzen — bis 10.000 €, in einem engen Bereich zwischen 10.000 € und 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spieler, und nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Ein Limit nach unten greift sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen.
Wer eine Freebet nutzt, ohne je einzuzahlen, merkt von diesem Mechanismus nichts. Wer sich danach doch einmal ein- und auszahlen will, merkt ihn genau dann, wenn er ihn nicht braucht.
Warum ein Monatslimit über alle Anbieter gilt
LUGAS zählt anbieterübergreifend, nicht pro Haus. Wer sein Limit bei einem Anbieter aufbraucht, kann es nicht beim nächsten zurücksetzen — und genau darauf zielen Anbieterwechsel, die als Befreiung von einer Grenze verkauft werden. Parallelspiel über mehrere Konten bei verschiedenen Anbietern ist nach § 6h untersagt und läuft in die Aktivitätsdatei.
OASIS, Sperre und Panikbutton
OASIS ist das bundesweite Sperrsystem nach §§ 8, 8a und wird bei Anmeldung und Login abgefragt. Die Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Dauer nennt, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst sofort eine Sperre von 24 Stunden aus.
Diese drei Instrumente sind der praktische Grund, warum die Whitelist mehr ist als Papier. Offshore-Angebote sind an OASIS und LUGAS nicht angeschlossen. Ein Kunde, der dort spielt, hat technisch keinen Zugriff auf die Instrumente, die ihn in Deutschland zurückholen würden.
Wo Hilde nicht hilft
Die Sperren greifen anbieterübergreifend nur innerhalb des regulierten Systems. Wer sich gesperrt hat und bei einem nicht gelisteten Anbieter ein neues Konto eröffnet, sperrt sich an seinem eigenen Schutz vorbei. Das ist kein Argument gegen Gratiswetten. Es ist eines dafür, die Erlaubnis des Anbieters zu prüfen, bevor man dort etwas setzt — auch wenn der Einsatz nicht von einem selbst kommt.
Zahlungen: nur das eigene Konto, nur die eigene Karte
Nach § 6b Abs. 4 sind Einzahlungen nur von einem Zahlungskonto auf den Namen des Spielers bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut möglich. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht erlaubt. Das ist der Mechanismus, der Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem lizenzierten deutschen Sportwettenangebot heraushält. Eine zusätzliche Folge: Wer eine Einzahlung mit einem Konto leistet, das nicht auf seinen Namen läuft, verliert die Auszahlung an dieses Konto.
Kundengelder liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7).
Die Steuer, die das Angebot teurer macht, ohne im Wettschein zu stehen
Die Sportwettensteuer steht in §§ 16-25 RennwLottG und beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ (§§ 17, 18). Auf den eingezahlten Betrag gerechnet sind das rund 5,03 % (5,3 / 105,3). Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Wettenden. Wer den Satz also als „5,3 % des Einsatzes“ beschreibt, beschreibt ihn falsch – der Steuersatz beträgt 5,3 % auf den Einsatz abzüglich der Steuer (rund 5 % des eingezahlten Betrags).
Der Veranstalter entscheidet, ob und wie er die Steuer weitergibt. Die einfachste Form der Weitergabe ist die Quote. Ob ein bestimmter Anbieter sie so oder so trägt, steht in dessen eigenen Bedingungen, nicht in der Schlagzeile. Und noch ein Punkt, der oft übersehen wird: Die Steuer fällt auch bei unerlaubten Anbietern an. Eine gezahlte Steuer ist kein Nachweis einer Erlaubnis.
Zur Besteuerung von Gewinnen privater Wettender lässt sich auf dem Niveau der Vorschriften nichts Belastbares sagen; hier ist der Weg zum Steuerberater.
Gratiswetten und Neukundenangebote: Was am Ende übrig bleibt
Die Neukundenangebote der zehn hier besprochenen Anbieter unterscheiden sich nicht in der Idee, sondern in vier bis fünf Zahlen. Diese Zahlen entscheiden, was ein Angebot wert ist.
Was eine Wette wert ist, die den Einsatz nicht zurückzahlt
Der wichtigste Satz der ganzen Seite steht in fast jeder Aktionsbeschreibung und wird fast nie gelesen. Bet365 beschreibt es auf der eigenen Website offen: Neukunden bekommen „bis zu 100 € in Wett-Credits“, die Freigabe erfolgt nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung, und Gewinne aus den Wett-Credits enthalten deren Einsatz nicht. Das ist die Standardkonstruktion, und sie ist der Grund, warum eine „100 €“-Gratiswette weniger als die Hälfte dessen wert sein kann, was das Banner verspricht.
Die Rechnung, die den Wert einer Freebet festlegt
Nehmen wir an, die Aktion sieht eine Freebet von 100 € vor, der Einsatz wird nicht zurückgezahlt, und der Kunde legt sie auf einen Zwei-Weg-Markt mit Quoten von 1,90 und 1,90. Zuerst der Quotenschlüssel des Marktes: 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90). Die Summe der Kehrwerte beträgt rund 1,0526, der Auszahlungsanteil liegt also bei etwa 95 % — die Marge des Anbieters bei rund 5 %. Damit ist der durchschnittliche Wert der Freebet 100 € × (1,90 − 1) ÷ 1,90 × 0,95, also etwa 45 €.
Bei einer kleineren Freebet von 25 € liegt derselbe Wert bei etwa 11 €, bei einer solchen von 10 € bei ungefähr 4,50 €. Die Bandbreite über die üblichen Aktionsgrößen liegt damit zwischen rund 4 € und rund 45 €; die genannten 100 € sind die Obergrenze, die das Banner nennt, nicht das, was das Angebot kostet.
Das ist ein Durchschnittswert über viele Wetten, keine Zusage. Er beantwortet, was die Gratiswette im Mittel wert ist — nicht, ob die eine Wette gewinnt, auf die es der Kunde anlegt. Und er gilt unter der Annahme, dass der Kunde mit der Freebet genau auf diesem Markt landet. Trifft er eine Quote von 1,50, rutscht der Durchschnittswert nach unten; trifft er eine von 3,00, nach oben, dann aber bei deutlich geringerer Trefferwahrscheinlichkeit.
Umsatzbedingungen, Mindestquote, Frist: die drei Zahlen, die aus einer Ankündigung ein Angebot machen
Die Umsatzbedingung ist die Menge an Einsatz, die fließen muss, bevor ausgezahlt wird. Bei Wettstar beträgt der Neukundenbonus insgesamt bis zu 40 €, zusammengesetzt aus 20 € nach der Anmeldung und einem Einzahlungsbonus von 100 % der Einzahlung bis höchstens 20 € bei einer Mindesteinzahlung von 1 €; beide Beträge sind nicht auszahlbar. Der Bonus muss vor einer Auszahlung mindestens fünfmal für Wetten eingesetzt werden, innerhalb von 60 Tagen, danach verfällt der Betrag. Die Frist ist hier die schärfere Größe: Ein Betrag, der verfällt, weil die Woche fehlte, ist teurer als jede schlechte Quote.
Bei bpremium können Bonusgewinne nach den Nutzungsbedingungen erst nach dem Fünffachen des Bonusbetrags und dem Fünffachen der zugehörigen Einzahlung bei Dezimalquoten ab 1,7 ausgezahlt werden, und Angebote sind, sofern nicht anders angegeben, einmal nutzbar. Der Unterschied zu Wettstar ist die Mindestquote: 1,7 schließt mehr Markt aus als keine Vorgabe, aber weniger als die 1,8, die anderswo verlangt werden.
Tipwin verdoppelt die Einzahlung bis höchstens 100 € und verlangt siebenmal Umsatz in Sport- und Livewetten, wobei je Wettschein höchstens 100 € zählen und nur Wettscheine mit einer Quote von mindestens 1,80 anerkannt werden. Die 100-€-Grenze je Wettschein ist der Punkt, der die Sieben zu einer längeren Rechnung macht, als sie aussieht: Wer 500 € umsetzen muss, darf das nicht in fünf 100-€-Wettscheinen erledigen, wenn nur 100 € je Schein zählen — die Anzahl der benötigten Scheine ergibt sich aus Umsatzhöhe geteilt durch Höchstbetrag pro Schein.
Wo das Kleingedruckte mehr wert ist als die Kopfzeile
Winamax verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets selbst. Die Einzahlung muss zur Auszahlung einmal umgesetzt werden, mit einer Obergrenze der Umsetzung von 100 € und einer Mindestquote von 1,05. Das ist ein für den Markt ungewöhnlich entspanntes Kostenprofil: Der Freebet-Teil kommt ohne Umsatz, und die Einzahlungsumsetzung ist auf einen Betrag begrenzt, der leicht zu erreichen ist.
Alles hat einen Haken. Cashout-Wetten und stornierte Wetten zählen bei Winamax nicht zur Umsetzung der Einzahlung. Weitere zeitliche Bedingungen bestehen laut Winamax nicht. Das Angebot gilt einmal pro Kunde, IP-Adresse, Gerät, Haushalt und Bankkarte oder Bankkonto.
Wie die Gratiswette auf dem Wettschein landet
Die meisten Bedingungen entscheiden nicht, wie viel eine Freebet wert ist, sondern wofür der Kunde sie einsetzen darf — und selbst eine wertvolle Freebet, die auf der richtigen Wettart eingesetzt wird, ist nur so viel wert wie die Quote, mit der sie platziert wird.
Bei MERKUR BETS gibt es zwei unterschiedliche Konstruktionen. Laut Mitteilung vom 14.10.2024 bekamen Neukunden bei einer Ersteinzahlung ab 1 € eine Freebet über 25 €; verlor die erste qualifizierende Kombiwette, wurde der Einsatz bis 75 € als Freebet erstattet, sofern vor der Wette die Option „Neukunden-JokerBet“ gewählt wurde. Die zweite ist keine Freebet im Voraus, sondern eine Versicherung — sie kostet den Kunden nichts, zahlt aber auch nur im Verlustfall.
Der MERKUR BETS CLUB schüttet für Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 € am Montag der Folgewoche eine Freebet über 5 € aus; die Aktion lief vom 09.06.2025 bis 14.07.2025. Fünf Euro sind fünf Euro — nur sind 25 € Wocheneinsatz bei einer Mindestgesamtquote von 4,00 ein Einsatzprofil, das die Freebet selbst bezahlt.
Die Fristen und was danach passiert
Die Freebet aus dem MERKUR BETS CLUB muss innerhalb von 3 Tagen unter „Meine Boni“ aktiviert werden und verfällt, wenn sie nicht innerhalb von 7 Tagen nach Erhalt genutzt wird; sie gilt nur für Einzel- oder Kombinationswetten, System- und Mehrwegwetten sind nicht zulässig. Bei einer mit Freebet platzierten Wette ist kein Cashout möglich, bei einem Gewinn wird der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt, und für Wetten mit Quotenboost gilt die Freebet nicht.
Bet-at-home setzte eine 10-€-Gratiswette auf „Sieger der FIFA WM 2026“ an Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland, die sich ab dem 09.06.2026 über den Promotion-Link registrierten. Die Wette musste bis zum 28.06.2026 um 18:00 Uhr platziert werden, Gewinne daraus unterlagen keinen Umsatzbedingungen. Ein Datum mit Uhrzeit ist die schärfste Frist, die ein Anbieter setzen kann — wer an diesem Tag nicht ans Telefon geht, verliert vollständig, ohne dass er etwas falsch gemacht hätte.
Die Einzahlung, die im Angebot versteckt ist
Ein Teil der Angebote trägt „ohne Einzahlung“ nur im ersten Schritt. Bet365 gibt die Credits nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung frei — der Neukunde kommt also ohne Einzahlung an Credits, aber nur in dem Maß, in dem er vorher selbst gesetzt hat.
Wettstar, bpremium und Tipwin verlangen eine Einzahlung von vornherein. Bei Tipwin erhalten nur verifizierte Konten den Bonus; wer vor der Verifizierung einzahlt, kann ihn erst mit der nächsten Einzahlung beanspruchen. Wetten mit angenommenem Ticketrückkauf zählen nicht zum Umsatz, und der Bonus gilt einmal je Person, Konto, Haushalt, Zahlungsmittel, Gerät und IP-Adresse. Tipwin zahlt außerdem erst nach Erfüllung der Umsatzbedingungen aus, wenn bei einer weiteren Einzahlung noch ein Restguthaben von mehr als 1 € auf dem Konto liegt; für die Auszahlung müssen alle gespielten Ereignisse abgeschlossen sein.
Die Rangliste: Angebote nach Bedingungen, nicht nach Schlagzeile
Wer die zehn Angebote nach ihrer Werbewirkung sortiert, bekommt eine Liste, die mit dem eigenen Geldbeutel nichts zu tun hat. Deshalb ist die Reihenfolge unten keine Rangfolge der Höhe nach, sondern eine Reihung nach dem, was ein Angebot den Kunden kostet: Erst die Bedingungen, dann die Zahl. Die Reihenfolge der Anbieter ist fest.
| Anbieter | Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| Interwetten | geführt, Interwetten Gaming Limited | 02.11.2020 |
| ODDSET | geführt, Oddset Sportwetten GmbH | 18.11.2020 |
| Tiptorro | geführt, Torro Tec Limited | 30.06.2021 |
| Tipico | geführt, Tipico Co. Limited | 09.10.2020 |
| bpremium | geführt, Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| bet-at-home | geführt, Bet-at-home.com Internet Limited | 02.11.2020 |
| MERKUR BETS | geführt, Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 |
| LeoVegas | geführt, LVSports Limited | 21.10.2024 |
| Bet3000 | geführt, I.B.C. Sportsbetting Limited | 22.04.2026 |
| VBet | geführt, SCGO Limited | 05.12.2023 |
Die Spalte mit dem Erlaubnisdatum ist die aufschlussreichste der drei. Zwischen dem 09.10.2020 und dem 22.04.2026 liegen fünfeinhalb Jahre Marktentwicklung, und die Liste trennt die Häuser, die von Anfang an dabei waren, von denen, die später dazugekommen sind. Alle zehn sind am Stichtag geführt; keine Zeile ist leer, und keine Zahl dieser Tabelle steht in einem Werbebanner.
Ein Detail, das bei der Lektüre der Whitelist hilft: Sie führt Erlaubnisse nur mit Erteilungsdatum, nie mit Enddatum. Wer im nächsten Monat prüft, sucht den Eintrag erneut — nicht, weil er abgelaufen sein müsste, sondern weil die Liste die einzige Auskunft ist, die es gibt.
Zur Erlaubnis gehört jeweils der Passus, dass nur die eingetragene Domain Sportwetten annehmen darf. Bei LeoVegas etwa sind zwei Erlaubnisse verzeichnet: Sportwetten seit dem 21.10.2024 und virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023. Für den Sportwettenvergleich zählt nur die erste.
Die Anbieter im Einzelnen
Interwetten: reguliert, erlaubt — und mit einer Funktion, die bei Gratiswetten nicht greift
Interwetten wird auf der Whitelist geführt, gehalten von der Interwetten Gaming Limited, erste Erlaubnis am 02.11.2020, Nachfolgeerlaubnis am 27.12.2022. Am Markt ist das einer der ältesten Einträge der Liste, was für Verlässlichkeit im Betrieb spricht und wenig über die Großzügigkeit des Bonus sagt.
Aufschlussreicher für den Kunden ist, was Interwetten in den eigenen Sportsbook-Regeln über Cash-Out schreibt: Der Anbieter kann Cash-Out-Angebote ohne vorherige Ankündigung widerrufen oder deaktivieren. Und für Freebets und Bonusgeld ist Cash-Out nicht verfügbar. Wer eine Gratiswette platziert, verliert damit die Möglichkeit, vorzeitig auszusteigen — bei einer Wette, deren Einsatz nicht zurückkommt, ist das die einzige Steuerung, die er hätte.
Die Erlaubnis mit Erstdatum 2020 ist die Basis, auf der das Angebot steht. Über zusätzliche Neukundenkonditionen entscheidet der Kunde in den aktuellen Aktionsbedingungen, nicht in einem Bestandskatalog.
ODDSET: staatlich geprägt, Erlaubnis mit Datum, klassischer Vertriebsweg
ODDSET wird auf der Whitelist geführt, Inhaber ist die Oddset Sportwetten GmbH, erste Erlaubnis am 18.11.2020, Nachfolge am 15.12.2022. Die Erlaubnis wurde mit Bescheid vom 15.12.2022 vom Regierungspräsidium Darmstadt für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb erteilt; Aufsichtsbehörde ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, Hansering 15, 06108 Halle (Saale).
Bemerkenswert ist weniger das Datum als die Struktur: ein Anbieter mit stationärem Vertrieb und Internetangebot unter derselben Zulassung. Wer aus einer Filiale kommt und dieselbe Quote online sucht, bewegt sich im selben erlaubten Haus. Das macht ODDSET zum Anbieter mit dem kürzesten Weg zwischen Beratung am Schalter und Konto im Netz. Ein Freebet-Modell, das dem Verkaufsgespräch eine Zahl entgegensetzt, wird man hier weniger finden.
Die Kehrseite derselben Herkunft: Wer um ein Angebot herum die ausführlichste Bedingungsliste des Marktes erwartet, erwartet bei ODDSET am falschen Ort etwas. Bedingungen stehen bei jedem Anbieter in den Aktionsregeln, und geprüft wird nach denselben drei Größen — Umsatz, Mindestquote, Frist.
Tiptorro: die App im Vordergrund, die Erlaubnis im Hintergrund
Tiptorro wird auf der Whitelist geführt, Inhaber ist die Torro Tec Limited, erste Erlaubnis am 30.06.2021, Nachfolge am 27.12.2022. Die Tiptorro-App wird im App Store von der Torro Tec Limited mit Sitz in Malta angeboten; das Unternehmen beschreibt sich dort selbst als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder und verweist auf die Whitelist.
Eine App im Store ist keine Whitelist. Wer prüfen will, ob die Beschreibung stimmt, öffnet die Liste der Behörde und sucht Tiptorro.de. Der Eintrag ist vorhanden — die Prüfung dauert wenige Sekunden und ist die einzige, die zählt, weil ein Store-Eintrag und eine Aufsicht zwei verschiedene Dinge sind.
Für die Frage nach einer Gratiswette ohne Einzahlung liefert der Anbieter den Rahmen, nicht das Angebot: Die Erlaubnis sagt, dass Wetten im erlaubten Rahmen liegen. Ob und unter welchen Bedingungen ein Neukundenangebot existiert, steht in den Aktionsregeln.
Tipico: maltesische Gesellschaft, deutsche Erlaubnis, ein Verfahren in Europa
Tipico wird auf der Whitelist geführt, Inhaber ist die Tipico Co. Limited, erste Erlaubnis am 09.10.2020, Nachfolge am 09.12.2022. Die Gesellschaft sitzt im Portomaso Business Tower in San Ġiljan auf Malta und wurde 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik und Mladen Pavlovic gemeinsam mit dem Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle gegründet. Rund zwanzig Jahre später steht dieselbe Gesellschaft auf der deutschen Whitelist.
Was Tipico für einen Vergleich dieser Art besonders macht, hat nichts mit Werbung zu tun: Das Verfahren, das die Rückforderung von Verlusten aus Sportwetten in Deutschland insgesamt betrifft, ist nach ihm benannt. Der Kläger, um dessen 3.700 € und mehr es vor dem EuGH geht, fordert sie von Tipico zurück.
Für den Kunden ist die Pointe unangenehm schlicht. Der Anbieter, gegen den der europäische Musterfall läuft, steht auf derselben Whitelist wie die neun anderen und erfüllt dieselben Voraussetzungen. Ein Verfahren ist kein Beweis. Es ist ein Datum — und ein Grund mehr, den Erlaubnisstatus eines Anbieters selbst nachzusehen statt ihn aus einer Schlagzeile zu übernehmen.
bpremium: klare Umsatzformel, harte Mindestquote
bpremium wird auf der Whitelist geführt, Inhaber ist die Ladbrokes (Deutschland) Limited, erste Erlaubnis am 09.10.2020, Nachfolge am 21.12.2022. Das Haus gehört zu den Anbietern mit den frühesten Erlaubnisdaten der aktuellen Liste.
Bei den Nutzungsbedingungen wird es konkret: Bonusgewinne aus Sportwetten können erst nach dem Fünffachen des Bonusbetrags und dem Fünffachen der zugehörigen Einzahlung bei Dezimalquoten ab 1,7 ausgezahlt werden, und Angebote sind, sofern nicht anders angegeben, einmal nutzbar. Die doppelte Umsatzhürde — Bonus und Einzahlung, jeweils das Fünffache — ist der Punkt, an dem sich die Bedingung von einem Einzelwert in eine Gesamtrechnung verwandelt: Wer 50 € Bonus und 50 € Einzahlung erhält, setzt nicht 250 €, sondern 500 € um.
Die Mindestquote von 1,7 ist ein Filter, den der Durchschnittskunde kaum bemerkt. Er greift dort, wo die Wette langweilig wird: bei den kurzen Favoritenquoten, mit denen sich Umsatz bequem und schnell erledigen ließe.
bet-at-home: eine Gratiswette mit Kalender
bet-at-home wird auf der Whitelist geführt, Inhaber ist die Bet-at-home.com Internet Limited, erste Erlaubnis am 02.11.2020, Nachfolge am 22.12.2022.
Die 10-€-Gratiswette auf „Sieger der FIFA WM 2026“ galt für Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland, die sich ab dem 09.06.2026 über den Promotion-Link registrierten. Platziert werden musste die Wette bis zum 28.06.2026 um 18:00 Uhr, Gewinne daraus unterlagen keinen Umsatzbedingungen. Keine Umsatzbedingungen — selten genug in diesem Markt — und zugleich die schärfste Frist, die ein Anbieter setzen kann. Wer die Fußball-WM verfolgt und am Vorabend des Endspiels einsteigt, hat nichts verloren; wer sich auf den letzten Tag verlässt, hat schon verloren, bevor er zehn Euro gewinnen konnte.
Eine Gratiswette, die nur für Ereignisse mit K.-o.-Charakter funktioniert, ist ein Produkt mit einer Haltbarkeitsgrenze. Das ist kein Betrug — es ist ein Modell, dessen Nutzen davon abhängt, ob der Kunde vor dem 28.06.2026 überhaupt ein Konto eröffnet haben will.
MERKUR BETS: zwei Freebet-Modelle und ein paar Tage
MERKUR BETS wird für MERKUR BETS geführt, Inhaber ist die Merkur Bets Malta Limited, erste Erlaubnis am 06.11.2023 — damit gehört das Haus zu den jüngeren Einträgen der Liste.
Der Neukundenbonus ist ein Erstattungsmodell: Laut Mitteilung vom 14.10.2024 gab es bei einer Ersteinzahlung ab 1 € eine Freebet über 25 €, und wer die erste qualifizierende Kombiwette verlor, bekam den Einsatz bis 75 € als Freebet erstattet, sofern vor der Wette die Option „Neukunden-JokerBet“ gewählt wurde.
Die zweite Konstruktion ist der MERKUR BETS CLUB: Für Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 € gibt es am Montag der Folgewoche eine Freebet über 5 €. Die Aktion lief vom 09.06.2025 bis 14.07.2025 — sie ist beendet, und wer heute einsteigt, findet sie nicht mehr als laufendes Angebot. Die Freebet musste innerhalb von 3 Tagen unter „Meine Boni“ aktiviert werden und verfiel, wenn sie nicht innerhalb von 7 Tagen genutzt wurde; zulässig waren nur Einzel- oder Kombinationswetten, System- und Mehrwegwetten nicht. Kein Cashout bei Freebet-Wetten, Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes, keine Geltung bei Quotenboost.
Als wenn das nicht genug Bedingungen wären, gibt es noch den Kombi-Boost: ab fünf Auswahlen ein Prozentbonus auf den Gewinn, 5 % bei fünf Auswahlen, je weitere Auswahl einen Prozentpunkt mehr, höchstens 30 % ab 30 Auswahlen, jeweils mit einer Mindestquote von 1,21 je Auswahl. Live-Wetten mit Boost sind grundsätzlich nicht erlaubt.
Die drei- und siebentägigen Fenster sind der eigentliche Filter dieses Programms. Eine Freebet, die verfällt, weil ein Wochenende dazwischenkam, ist aus Kundensicht ein Verlust, nicht ein Geschenk.
LeoVegas: zwei Erlaubnisse, davon eine für Sportwetten
LeoVegas wird auf der Whitelist geführt, Inhaber ist die LVSports Limited, mit einer Erlaubnis für Sportwetten seit dem 21.10.2024 und für virtuelle Automatenspiele seit dem 27.02.2023.
Die doppelte Eintragung ist der lehrreichste Punkt dieses Anbieters. Wer die Whitelist überfliegt und „LeoVegas“ sieht, hat noch nichts geprüft — die Frage ist, welche Zeile. Zwei Erlaubnisse bedeuten zwei getrennte Zulassungen mit getrennten Regeln, und die Sportwetten-Erlaubnis ist die jüngere. Für einen Vergleich von Sportwettenangeboten zählt ausschließlich die Zeile mit dem Datum 21.10.2024.
Wichtig ist die Reihenfolge der Daten: Wer ein Casino bei LeoVegas kennt, kennt ein Haus, das Sportwetten erst seit 2024 in Deutschland unter Erlaubnis anbietet. Reife im Casino sagt wenig über Reife im Sportbuch.
Bet3000: der Neuling mit dem jüngsten Datum
Bet3000 wird auf der Whitelist geführt, Veranstalter ist nach der Whitelist die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Lyons Range Court, Flat Nr. 1, Triq Bisazza, SLM 1640, Sliema, Malta. Die Erlaubnis für Bet3000.de ist dort mit dem Erstdatum 22. April 2026 verzeichnet.
Das ist der jüngste Eintrag dieser zehn. Wer in einem Haus setzt, das seine deutsche Erlaubnis seit dem Frühjahr 2026 führt, setzt in einem Haus, dessen Angebot sich in den ersten Monaten noch schneller ändern kann als das eines Anbieters mit fünf Jahren Listenhistorie. Das muss kein Nachteil sein — ein neuer Marktteilnehmer hat oft das größere Interesse an Neukunden —, ist aber der Grund, warum hier kein Vergleich mit den Bedingungen eines Altmarktanbieters gebildet wird.
Für die Whitelist-Prüfung ist das Datum ein Segen: Es ist eines der wenigen, die dem Gedächtnis des Durchschnittskunden nicht widersprechen können.
VBet: reguliert seit 2023, Mitglied der zehn
VBet wird auf der Whitelist geführt, Veranstalterin der Sportwetten ist die SCGO Limited mit Sitz im Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso, STJ 4010, St. Julian’s, Malta. Die Behörde verzeichnet die Sportwetten-Erlaubnis für Vbet.de seit dem 5. Dezember 2023.
Zwischen Bet3000 und VBet liegen zweieinhalb Jahre, und doch beschreiben beide denselben Fall: einen Anbieter, dessen deutscher Markteintritt innerhalb der letzten drei Jahre liegt. Wer beide in einen Vergleich setzt, vergleicht zwei Häuser in derselben Aufbauphase — und muss damit rechnen, dass die Neukundenkonditionen sich dort schneller ändern als bei etablierten Häusern.
Was eine Freebet am Ende kostet und wem sie nützt
Rechnen wir die Seite von vorn nach hinten, und zwar in Euro, nicht in Versprechen. Eine Freebet von 100 € auf einen Zwei-Weg-Markt mit 1,90 und 1,90 hat einen durchschnittlichen Wert von rund 45 €, weil der Auszahlungsanteil dieses Marktes bei etwa 95 % liegt und der Einsatz nicht zurückkommt. Bei 25 € sind es rund 11 €, bei 10 € etwa 4,50 €.
Das ist der Preis des Geschenks: etwas mehr als die Hälfte bis knapp die Hälfte der beworbenen Summe, je nach Markt und Quote. Wer diesen Wert in der Erwartung verdoppelt, verdoppelt eine Zahl, die es nicht gibt.
Die zweite Kostenseite sind die Umsatzbedingungen. Bei bpremium bedeutet das Fünffache von Bonus und Einzahlung, dass 100 € Bonus zu 500 € Umsatz führen; bei Tipwin mit dem Siebenfachen auf Einzahlung plus Bonus und einer Obergrenze von 100 € je Wettschein wächst zusätzlich die Zahl der notwendigen Scheine. Wettstar setzt eine Sechzig-Tage-Frist, MERKUR BETS Drei- und Sieben-Tage-Fenster, bet-at-home ein Datum mit Uhrzeit.
Die dritte Kostenseite ist die Quote selbst. Jede Mindestquote schließt Markt aus. Wer bei einer Mindestquote von 1,80 setzen muss, findet den kurzen Favoriten nicht mehr, mit dem er seine Umsatzbedingung in zwei Schritten abhaken könnte.
Und die vierte ist die Erlaubnis. Ein Angebot ohne Whitelist ist am Ende nicht günstiger, sondern teurer: Ohne Anschluss an OASIS und LUGAS fehlt der Mechanismus, der einen bremsen würde. Der Milliardenmarkt der illegalen Wetten funktioniert nicht, weil die Quoten dort besser sind, sondern weil dort niemand zuständig ist.
Wer mit einer Freebet anfängt, sollte drei Dinge prüfen, bevor er etwas anklickt. Erstens: Steht der Anbieter mit der Domain in der aktuellen Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde? Zweitens: Wie oft muss die Einzahlung Plus Bonus umgesetzt werden, und welche Mindestquote gilt je Wettschein? Drittens: Bis wann muss die Wette platziert sein, und verfällt die Freebet danach?
Wer alle drei beantwortet, weiß am Ende mehr als die Person, die auf das Banner geklickt hat. Wer keine davon beantwortet, hat die Gratiswette genommen und bezahlt.
Häufige Fragen zu Freebets ohne Einzahlung
Gibt es bei lizenzierten Anbietern in Deutschland eine Freebet ohne Einzahlung?
Ja, aber nicht in der Form, die das Wort nahelegt. Erlaubte Anbieter geben Gratiswetten aus, deren Einsatz nicht ausgezahlt wird und die an Umsatzbedingungen, Mindestquoten und Fristen gebunden sind. Ob ein konkretes Angebot besteht, steht in den Aktionsbedingungen. Belastbar ist nur ein Anbieter, der mit seiner Domain auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde steht.
Wird der Einsatz einer Freebet zusammen mit dem Gewinn ausgezahlt?
In der Regel nein. Als Regelfall beschreibt es bet365 auf der eigenen Website selbst: Neukunden bekommen „bis zu 100 € in Wett-Credits“, und Gewinne aus diesen Credits enthalten deren Einsatz nicht. Wer eine Freebet von 10 € auf eine Quote von 2,00 setzt, erhält bei Gewinn 10 €, nicht 20 €. Der Einsatz bleibt beim Anbieter.
Was bedeuten Umsatzbedingungen und Mindestquote bei einer Gratiswette?
Umsatzbedingungen legen fest, wie viel Einsatz fließen muss, bevor ausgezahlt wird. Bei bpremium sind es das Fünffache des Bonusbetrags und das Fünffache der zugehörigen Einzahlung. Die Mindestquote legt fest, welche Wetten zählen: bpremium verlangt Dezimalquoten ab 1,7, Tipwin ab 1,80. Kurze Favoriten fallen dadurch oft weg.
Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf den Gewinn aus einer Freebet aus?
Die Sportwettensteuer nach §§ 16-25 RennwLottG beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ und wird vom Veranstalter geschuldet, nicht vom Wettenden. Auf den eingezahlten Betrag gerechnet sind das rund 5,03 %. Ob und wie ein Anbieter sie weitergibt, steht in dessen eigenen Bedingungen.
Woran ist zu erkennen, ob ein Anbieter mit Freebet-Aktion auf der GGL-Whitelist steht?
An der amtlichen Whitelist nach § 9 Abs. 8, die die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit dem Stand vom 02.10.2026 führt. Man sucht die konkrete Domain unter der Sporterlaubnis, nicht den Markennamen. Eine .de-Domain allein beweist nichts, und die Erlaubnis eines Veranstalters für Automatenspiele ist keine Erlaubnis für Sportwetten.
Welche Fristen gelten bis zur Platzierung einer Freebet, und was geschieht danach mit dem Guthaben?
Die Fristen stammen aus den Aktionsbedingungen, nicht aus dem Gesetz. Die Freebet aus dem MERKUR BETS CLUB musste innerhalb von 3 Tagen aktiviert und innerhalb von 7 Tagen genutzt werden, sonst verfiel sie. Bei bet-at-home musste die Wette bis zum 28.06.2026 um 18:00 Uhr platziert sein. Wettstar verlangt den fünffachen Umsatz innerhalb von 60 Tagen, danach verfällt der Bonusbetrag.
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Inhalt erstellt vom Team «Basketballwetten online»
