Radsport-Wetten bei deutschen Anbietern: Zehn Buchmacher und der Preis, den jede Quote mitbringt

Updated Oktober 2026
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Auf Radrennen darf in Deutschland nur setzen, wer sein Geld bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis abgibt. Kein Nebensatz, sondern der Ausgangspunkt: Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder führt genau 30 Einträge in ihrer Whitelist — 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis, darunter zwei, die zusätzlich Pferdewetten anbieten, und drei reine Pferdewetten-Anbieter. Alles andere ist unerlaubt, und wer dort setzt, hat weder Aufsicht noch deutschen Rechtsweg.

Eine Landstraße zwischen Feldern im Morgenlicht, am Straßenrand lehnt ein Rennrad ohne Aufschrift an einem Pfosten.
Zu den Frühjahrsklassikern im Radsport zählen Lüttich–Bastogne–Lüttich (seit 1892), Paris–Roubaix (seit 1896) und Mailand–San Remo (seit 1907).

Datenstand: 30. Oktober 2026, abgeglichen mit der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Die Tour de France wird seit 1903 ausgetragen, gestartet am 1. Juli in Montgeron, veranstaltet seit 1992 von der Amaury Sport Organisation. Ein Etappenrennen über meist zwanzig Etappen, mit 21 bis 22 Profimannschaften und seit 2018 acht Fahrern je Team. Zwischen Grand Départ und Endstand in Paris liegen drei Wochen, in denen sich jeden Tag mehrere Märkte öffnen — und in denen der deutsche Gesetzgeber genau eine Sorte Livewette übrig lässt. Was das für den Betrag bedeutet, den ein Spieler am Ende einsetzt und zurückbekommt, lässt sich ausrechnen. Der Reiz des Radsports ist dabei nicht der Sprint, an dem alle hängen, sondern das Etappenprofil, das am Montag schon feststeht.

Was einen Anbieter in Deutschland spielberechtigt macht

Eine Erlaubnis ist keine Lizenz. Der GlüStV 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021, benutzt den Begriff Erlaubnis, und die erteilt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale) nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 und § 27f Abs. 1 GlüStV. Sie beaufsichtigt und bußt nach § 28a. Die Steuer ist Sache des Finanzamts, nicht der Behörde — ein Punkt, an dem viele Ratgeber die Zuständigkeiten durcheinanderbringen.

Ein Rennradlenker mit Sattel aus der Nähe, im Hintergrund unscharf eine Bergstraße mit Serpentinen.
Die Tour de France wurde erstmals 1903 ausgetragen, Start war am 1. Juli in Montgeron bei Paris; Veranstalter ist seit 1992 die Amaury Sport Organisation (ASO).

Der einzige Test ist die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Wer dort steht, hat eine Erlaubnis; wer dort nicht steht, hat keine, und eine Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Lizenz ändert daran nichts. Der praktische Blick auf diese Liste: Es sind ausschließlich .de-Domains eingetragen, was auf den ersten Blick beruhigend aussieht und genau nichts beweist. Eine .de-Domain lässt sich registrieren, ohne dass irgendwer je einen Antrag gestellt hat.

Eine Erlaubnis läuft fünf Jahre, geregelt in § 4c Abs. 1. Die Whitelist nennt nur Erstdaten und Folgeerlaubnisse, kein Ablaufdatum — deshalb steht in diesem Text auch keines, und wer bei einem Anbieter eine „Erlaubnis bis“ liest, liest dessen Werbung, nicht die Behörde.

Wichtiger als alles andere ist der Zuschnitt: Nur die Domäne, die unter der Sportwetten-Erlaubnis gelistet ist, darf Sportwetten annehmen. Ein Inhaber, der zusätzlich eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele oder Online-Poker hält, hat damit ein zweites, völlig getrenntes Geschäft mit eigenen Regeln. Die Casino-Erlaubnis sagt null über die Qualität des Sportwettprogramms. Im Vergleich unten ist für jeden Anbieter nur das Sportwetten-Datum geführt, und genau das ist die Angabe, die zählt.

Nachdenken über die Kehrseite lohnt hier. Die Whitelist ist ein Mindeststandard und eine geschlossene Liste zu­gleich: 27 Inhaber mit Sportwetten-Erlaubnis sind es nach dem Stand vom 2. Oktober 2026, nicht mehr. Wer mehr Angebot, höhere Limits oder exotischere Märkte sucht, findet sie außerhalb der Liste — und bezahlt dafür mit allem, was die Liste garantiert.

Zu den Frühjahrsklassikern und den Rennen, die dafür geöffnet werden

Der deutsche Sportwettenbegriff ist eng gefasst. Nach § 21 Abs. 1 GlüStV sind Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts davon und auf Zwischenfälle darin zulässig, als Einzelwette oder Kombiwette. Und nur Wettarten, die die Behörde im Sportwettprogramm nach § 21 Abs. 5 zugelassen hat. Ein Anbieter kann also nicht einfach einen Markt erfinden, weil er glaubt, ihn zu brauchen.

Ein leerer Wettschein aus Papier liegt neben einer Trinkflasche und einem Stift auf einem Tisch.
Die UCI WorldTour wird seit dem Jahr 2011 vom Radsport-Weltverband UCI veranstaltet und gilt als Nachfolgeserie der gescheiterten UCI ProTour.

Im Kalender ist das meiste längst Routine. Die UCI WorldTour läuft seit 2011 unter dem Radsport-Weltverband UCI und gilt als Nachfolgeserie der gescheiterten UCI ProTour; die Rennliste umfaßt 36 Rennen. Frühjahrsklassiker sind Lüttich–Bastogne–Lüttich (seit 1892), Paris–Roubaix (seit 1896) und Mailand–San Remo (seit 1907). Das sind die Tage, an denen Anbieter ein volles Programm aufziehen — Etappensieger, Tagessieger, Kopf-an-Kopf-Duelle, Trikotwertungen.

Dazu kommt der ganze Rest des Sports. Radsport ist nicht nur Straße: Bahnradsport, Mountainbikesport, Cyclocross und BMX-Rennsport zählen ebenso dazu wie Kunstradfahren, Radball und Radpolo. Anbieter, die nur die Tour und ein paar Klassiker führen, decken davon einen Bruchteil ab. Wer sich für Bahn-Vierer oder Cyclocross interessiert, sollte vor der Kontoeröffnung das Wettprogramm durchklicken, nicht die Startseite.

Warum jede Quote schon bezahlt ist, bevor die Wette läuft

Kein Anbieter verkauft eine faire Quote. Er verkauft eine Quote, in der sein Anteil steckt — die Marge, im Marktjargon auch Auszahlungsquote genannt, wobei die beiden Zahlen dasselbe von zwei Seiten zeigen: Die Auszahlungsquote ist 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes, die Marge ist 100 % minus dieser Wert.

Nehmen wir einen konstruierten Zwei-Weg-Markt mit 1,90 auf beiden Seiten. Das ist ausdrücklich ein Rechenbeispiel, kein bei irgendeinem Anbieter beobachteter Kurs. Rechnet man 1 geteilt durch 1,90 und addiert beide Seiten, steht am Ende eine Auszahlungsquote von rund 105,3 % — was offensichtlich nicht geht, denn mehr als alles kann nicht zurückgezahlt werden. Die Differenz zur 1 ergibt die Marge: In diesem Beispiel sind es rund 5,3 %, und wer beide Seiten gleich hoch bespielt, verliert diesen Anteil seines Einsatzes im statistischen Mittel, egal wie die Sache ausgeht. Ein Etappensieger-Markt mit 30 Fahrern, alle zwischen 4,00 und 250,00, summiert seine Kehrwerte ganz genauso; die Marge liegt dort häufig höher als in einem Zweit-Weg-Markt, weil das Auszahlungsvolumen kleiner ist und die Unsicherheit über die Startaufstellung größer.

Was das in Euro heißt: 100 €, verteilt zu gleichen Teilen auf beide Seiten eines solchen Marktes, stehen einem garantierten Rückfluss von rund 95 € gegenüber. Der Buchmacheranteil beträgt rund 5 €, und zwar unabhängig davon, wer gewinnt. Ob eine Marge bei einem konkreten Anbieter nun bei 4 % oder bei 7 % liegt, hängt von Markt, Sportart und Anbieter ab, und die Zahl ändert sich mit jedem Kurswechsel. Wer sie selbst prüfen will, braucht dafür keine Tabelle: die Quoten desselben Marktes bei zwei oder drei Anbietern nebeneinanderlegen, die Kehrwerte addieren, und wer die kleinere Summe hat, ist der günstigere — bei vergleichbaren Limiten.

Bitter wird es bei Kombiwetten. Die Quoten der einzelnen Beine multiplizieren sich zu einem Gesamtkurs, und die Margen der Einzelmärkte multiplizieren sich mit. Vier Beine mit je 3 % Marge ergeben keine 12 %, sie ergeben eine spürbar dickere Schicht, und genau deshalb lieben Anbieter Kombis mit vielen Beinen. Reichlich Werbung aufgedreht wird trotzdem an der dünnsten Marge, die noch im Sortiment ist; günstig muss die nicht sein.

Spielerschutz, aber der Preis dafür steht selten auf dem Wettschein

Die erste Regel ist ein Alter: Teilnahme ab 18, § 4 Abs. 3 GlüStV. Die zweite ist unbequem für alle, die kurz mal reinschauen wollen. Nach § 6a gilt ein Konto pro Anbieter, mit vollständiger Verifizierung. Bis die durch ist, darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel zulassen, und zwar mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Wer mit vier Konten bei vier Anbietern parallel fährt, verstößt gegen § 6h — die Aktivitätsdatei LUGAS macht es sichtbar. Und die Tour dauert drei Wochen, das ist deutlich länger als 72 Stunden.

Der zentrale Punkt für jeden, der während einer Rundfahrt setzt: Nach § 6c Abs. 1 liegen Einzahlungen bei 1.000 € pro Kalendermonat, gerechnet über alle Anbieter hinweg, durchgesetzt über die Limitdatei LUGAS. Nicht pro Anbieter, nicht pro Wette. Wer also über drei Wochen Tag für Tag je 100 € auf Etappenanwürfe setzt, ist in der zweiten Woche an der Decke. Ein Anbieter kann auf Grundlage seiner Erlaubnis für eine einzelne Person ein höheres Limit einstellen, bis 10.000 € — für 10.000 bis 30.000 € bei höchstens 1 % seiner aktiven Spieler — und das nur gegen nachprüfbaren Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt nicht. Senken wirkt sofort, Erhöhen erst nach 7 Tagen. Wer sich also mitten in der Rundfahrt für eine Erhöhung entscheidet, bekommt sie nicht mehr rechtzeitig.

Getrennt davon steht die Sperrdatei OASIS nach §§ 8, 8a. Sie ist das bundesweite Spielersperrsystem, das bei Anmeldung und Login abgefragt wird. Der Eintrag gilt mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Wer sich vor der Tour sperrt, um nicht in Versuchung zu kommen, ist also länger draußen, als er denkt. Für den akuten Fall gibt es den Panikbutton nach § 6i Abs. 3: sofortige Sperre für 24 Stunden.

Es gibt keine gesetzliche Obergrenze pro Wette — aber genau das ist keine Erlaubnis zum Drauflossetzen. Bei einer Rundfahrt zählt jeder Einsatz einzeln: Jede Anfrage auf einen Etappensieg, jede Wette auf einen Angriff im letzten Anstieg ist eine eigene Wette mit eigener Marge. Zwanzig Wetten über zwanzig Tage sind zwanzig Mal dieser Anteil, und das ist in Summe mehr, als das monatliche Limit ahnen lässt. Bei mehrwöchigen Rundfahrten ist die Versuchung, den Betrag zu streuen, gerade deshalb teuer.

Wer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis setzt, hängt an keinem dieser Netze. Kein OASIS, keine LUGAS-Limitdatei, kein deutscher Rechtsweg. Das Einzahlungslimit von 1.000 €, das dem einen wie eine Fessel vorkommt, ist für den beschränkten Planer genau das Werkzeug, das die Rundfahrt finanzierbar hält.

Der Spielplan diktiert, wann die Märkte aufgehen

Radsport ist ein Kalender. Zwischen dem ersten großen Frühjahrsklassiker und dem Tourstart liegen Wochen ohne Rennen von Bedeutung, und in dieser Zeit laufen die Wettprogramme dünn. Umgekehrt konzentriert sich im Juli alles auf dieselben Etappen. Wer das weiß, plant seinen Kontostand anders.

Touren, in denen die klassischen Märkte sitzen

Die Tour de France ist der Marathon im Kalender und der einzige Anlass, bei dem ein deutscher Anbieter sein ganzes Radsportregal aufmacht. Meist zwanzig Etappen stehen auf dem Programm, die Teamgröße liegt seit 2018 bei acht Fahrern, bis 2017 waren es neun, und am Start stehen etwa 21 bis 22 Profimannschaften, darunter 18 UCI WorldTeams. Diese Größenordnung bestimmt, wie tief ein Markt gehen kann: Ein Etappenfeld mit 160 Fahrern lässt sich in weit mehr Untergruppen aufteilen als ein Feld von acht Teams bei einem Kriterium.

Die Trikots sind eigene Märkte und eigene Irrtümer. Das Gelbe Trikot wurde 1919 von Desgrange eingeführt; das Gepunktete steht für die Bergwertung, das Weiße für die Nachwuchswertung, das Grüne für die Punktewertung, die Erik Zabel sechsmal gewann. Eine Wette auf das Bergtrikot hängt nicht am Gesamtklassement, sondern daran, wer die frühen Fluchtgruppen mitnimmt — eine andere Wettfrage mit anderer Unsicherheit als eine Gesamtsieg-Wette.

Wer die Gesamtwertung gewinnt, ist ohnehin eine kleine Menge von Namen. Rekordsieger mit je fünf Gesamtsiegen sind Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault, Miguel Indurain und Tadej Pogačar; Pogačar siegte 2020, 2021 und von 2024 bis 2026. Solche Sätze sind schön zu lesen und schlecht zu wetten: Bei einem Feld, in dem zwei oder drei Namen die halbe Vorhersage derer auf sich ziehen, die sich damit befassen, fällt die Quote auf dem Favoriten so tief, dass eine Gesamtsieg-Wette über drei Wochen die Marge eines ganzen Monats trägt.

Neben der Straße: Bahn, Cross und was sonst noch im Programm steht

Der deutsche Sportwetten-Kalender ist nicht auf die Straße beschränkt, und die anderen Disziplinen sind nicht die Nische, für die man sie hält. Bahnradsport, Mountainbikesport, Cyclocross und BMX-Rennsport zählen zum Radsport wie Kunstradfahren, Radball und Radpolo. Die UCI WorldTour mit ihren 36 Rennen deckt nur einen Teil davon ab.

Das historische Vorspiel ist dabei älter als alles, was heute im Fernsehen läuft: Das erste Eintagesrennen fand am 8. Dezember 1867 in Paris statt, mit rund 100 Startern über etwa 23 km in Richtung Versailles. Das erste Etappenrennen war die Tour de France 1903 — die Form, die heute noch angewandt wird, ist also gut 120 Jahre alt, und die Wettarten haben sich mit ihr eingespielt.

Die Frühjahrsklassiker sind der zweite Fixpunkt neben der Tour: Lüttich–Bastogne–Lüttich seit 1892, Paris–Roubaix seit 1896, Mailand–San Remo seit 1907. Ein Eintagesrennen über 250 km hat eine andere Wettlogik als eine Bergetappe. Es gibt keinen Mannschaftsfunk, der die Selektion steuert, keine Mannschaft, die für drei Wochen rechnet, und deshalb deutlich mehr Abweichungen zwischen Startliste und Ankunft. Wer Ausreißer liebt, findet sie im April, nicht im Juli.

Was sich auf einem laufenden Radrennen überhaupt setzen läßt

Von allen Regeln des GlüStV ist § 21 Abs. 4 die, die am unmittelbarsten auf den Radsport trifft. Während eines laufenden Ereignisses sind Livewetten nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Bestandteilsgröße in Sportarten erlaubt, in denen solche Ereignisse selten sind. Auf Deutsch heißt das: Livewetten bei einem Radrennen sind in Deutschland auf das Endergebnis und seltene Ereignisse begrenzt, und darunter fällt beim Radsport fast nichts. Ein Radrennen hat keinen „nächsten Punkt“. Es hat Attacken, Stürze und Windkanten — alles Ereignisse, die im deutschen Programm keine Livewette tragen.

Ein Live-Angebot, das den ganzen Etappenverlauf durchläuft und Ausreißer, Angriffe und Zwischensprints bepreist, gibt es bei deutschen Anbietern nicht. Was bleibt, ist der Live-Kurs auf das Etappenergebnis, und wer mehr will, setzt außerhalb der deutschen Erlaubnis — ohne gesetzliche Rücksicht auf ein OASIS und ohne deutschen Gerichtsstand.

Dazu kommt eine zweite Sperre, die sich über jede Wette legt: Auszahlungen erfolgen erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses. Bei einem Eintagesrennen ist das ein Nachmittag. Bei einer Rundfahrt ist es die Gesamtwertung am letzten Sonntag. Ein während der Etappe gebuchter Gewinn liegt also nicht auf dem Konto, wenn der Fahrer die Ziellinie überquert, sondern wenn die Veranstaltung offiziell beendet ist.

Was es an Live-Märkten in anderen Sportarten gibt, sagt über den Radsport nichts. Die Erlaubnis ist sportartspezifisch zugeschnitten, und ein Anbieter, der im Fußball ein breites Live-Angebot zeigt, darf es im Radsport deshalb noch lange nicht.

Cash-out: ein Anbieter-Merkmal ohne Gesetz

Für den Cash-out gibt es keine gesetzliche oder von der Behörde erlassene Regel. Keine Vorschrift, keine Erlaubnisbedingung. Es ist das Merkmal des jeweiligen Anbieters, und die Bedingungen stehen in dessen eigenen Geschäftsbedingungen — nicht in der Whitelist und nicht im GlüStV.

Bei Betway etwa erscheint das grüne Symbol unter „Meine Wetten“; der Wert der Wette wird angezeigt, und ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil. Für einen Radsport-Zuschauer ist das genau in der letzten halben Stunde einer Bergetappe interessant: Wer eine Wette auf den Etappensieger hält und sieht, wie sein Fahrer in der Fluchtgruppe bleibt, während das Feld schließt, kann den Anteil loswerten, statt ihn zu verlieren.

Das hat einen Preis, und der steht nicht auf dem Symbol. Der beim Cash-out angebotene Betrag ist nicht der Wert, den ein Wettschein im sportlichen Sinne hat. Der Anbieter kalkuliert den Gegenwert auf Grundlage der aktuellen Quote noch einmal durch — samt Marge und einer Sicherheitsmarge darauf — und wer annimmt, sei es ein Vorteil, der nimmt an, der Buchmacher schäneke ihm die Marge. Er zahlt sie. Bei einem Kurs, der gerade scharf auffedert, ist das der teuerste Ausstieg des Tages, den man haben kann.

Sportwettensteuer: der Posten, den die Quoten schon enthalten

Die Sportwettensteuer ist in §§ 16 bis 25 RennwLottG geregelt, und der Satz von 5,3 % ist die Zahl, die durch die Ratgeber wandert. Der entscheidende Punkt ist die Bemessungsgrundlage: Nach §§ 17, 18 ist es der „bezahlte Einsatz abzüglich der Steuer selbst“. Umgerechnet auf den tatsächlich eingezahlten Betrag sind das rund 5,03 % — 5,3 geteilt durch 105,3 — und deshalb ist „5,3 % des Einsatzes“ schlicht falsch. Das klingt nach Erbsenzählerei und ist es nicht: Wer die Steuer auf der falschen Basis hochrechnet, überschätzt den Abzug jedes Mal um knapp 0,3 Prozentpunkte.

Geschuldet wird sie nach § 19 vom Veranstalter der Wette, nicht vom Wettenden. Wer auf einem Wettschein also keine Steuerzeile findet, heißt das nicht, dass sie nicht anfällt. Ob und wie ein Anbieter sie weitergibt, entscheidet jeder für sich; Angaben dazu sind immer nur aus den eigenen Bedingungen des jeweiligen Anbieters zu übernehmen. Für Quoten gibt es keine offizielle Vorgabe, wie der Satz einzuarbeiten ist.

Und noch ein Punkt, den viele überspringt, die sich mit illegalen Angeboten beschäftigen: Die Steuer trifft auch nicht erlaubte Anbieter. Eine gezahlte Sportwettensteuer ist kein Nachweis einer Erlaubnis — der einzige Nachweis bleibt die Whitelist. Ein Anbieter, der sich mit „inklusive Steuer“ bewirbt, belegt damit nichts.

Ein Rechenbeispiel, das zeigt, warum die Unterscheidung für den Beitrag relevant ist: Wer 100 € setzt, zahlt 95,03 € als Einsatz plus 4,97 € auf den Einsatz entfallende Steuer. Der Abzug ist also nicht 5,30 €. Bei einer Erhöhung der Grundlage um 1 € landet man richtigenfalls bei rund 5,03 Cent im richtigen Satz — und nicht bei 5,3 Cent.

Die zehn Anbieter mit deutscher Erlaubnis im Vergleich

Keine Rangfolge; die Reihenfolge entspricht der im Abschnitt „Die Anbieter im Einzelnen“. Die Tabelle prüft, was nachprüfbar ist, und was sie zeigt, ist ermüdend eintönig. Alle zehn sind auf der Whitelist, alle zehn über eine .de-Domäne, alle zehn mit einer Sportwetten-Erlaubnis. Was auffällt: Keine einzige der Domains wird von einer deutschen Firma gehalten. Zehn Betreibergesellschaften, alle auf Malta. Der Unterschied liegt also nicht im Status.

Brand GGL-Whitelist-Status und Inhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
Sportwetten.de Whitelist: NetX Betting Limited 19.11.2020
AdmiralBet Whitelist: Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020
ODDSET Whitelist: ODDSET Sportwetten GmbH 15.12.2022
bwin Whitelist: bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020
Betway Whitelist: Betway Limited 09.03.2021
MERKUR BETS Whitelist: Merkur Bets Malta Limited 06.11.2023
NEO.bet Whitelist: Greenvest Betting Limited 09.10.2020
bet365 Whitelist: Hillside (Europe) ENC 09.10.2020
Interwetten Whitelist: Interwetten Gaming Limited 02.11.2020
Bet3000 Whitelist: I.B.C. Sportsbetting Limited 22.04.2026

Ein Detail lohnt einen Nebensatz. Die Liste nennt nur Erstdaten, kein Ablaufdatum. Ein „Erlaubnis bis“ gibt es nicht, und wer eine solche Angabe liest, liest Werbung.

panorami | Anbieter | Erlaubnisstatus nach GGL-Whitelist | Inhaber der Sportwetten-Erlaubnis | Erstes Erlaubnisdatum (Sportwetten)

—|—|—|—|—

Sportwetten.de | seit dem 19.11.2020 auf der Whitelist geführt | NetX Betting Limited | 19.11.2020

AdmiralBet | seit dem 09.10.2020 in der Liste | Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020

ODDSET | Erlaubnis im Internet und im stationären Vertrieb, Regierungspräsidium Darmstadt | ODDSET Sportwetten GmbH | 15.12.2022 (Bescheid)

bwin | seit dem 09.10.2020 geführt | bwin (Deutschland) Limited | 09.10.2020

Betway | seit dem 09.03.2021 geführt | Betway Limited | 09.03.2021

MERKUR BETS | seit dem 06.11.2023 geführt | Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023

NEO.bet | seit dem 09.10.2020 geführt | Greenvest Betting Limited | 09.10.2020

bet365 | seit dem 09.10.2020 geführt | Hillside (Europe) ENC | 09.10.2020

Interwetten | seit dem 02.11.2020 geführt | Interwetten Gaming Limited | 02.11.2020

Bet3000 | seit dem 22.04.2026 geführt | I.B.C. Sportsbetting Limited | 22.04.2026

Die Spalte mit dem Erlaubnisstatus ist die einzige, die einen Unterschied dokumentiert, und der Unterschied betrifft nur den Zeitpunkt des Ersteintrags. Bet3000 steht erst seit April 2026 in der Liste, MERKUR BETS seit November 2023, alle anderen seit 2020 oder 2021. Wer neu ist, ist nicht schlechter — aber wer seit 2020 dabei ist, hat die Umstellung auf die Limitdatei, die Verifizierungspflicht und die Livebeschränkungen mitgemacht und dabei nicht die Erlaubnis verloren. Das ist die einzige Aussage, die man aus dem Datum ableiten kann, und mehr auch nicht.

Der zweite Blick gehört den Zahlungen. Nach § 6b Abs. 4 sind nur Zahlungen von einem Zahlungskonto auf den Namen des Spielers bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut erlaubt; anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen. Das hält Krypto und anonyme Prepaid-Karten aus dem erlaubten deutschen Wetten heraus. Der Mechanismus ist gut gedacht und in der Praxis eine Bremse für alle, die ihr Wettkonto aus einer Wallet aufladen wollen. Und in der anderen Richtung: Nach § 6b Abs. 6 und 7 liegen Spielergelder auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto, und bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt. Das ist im Vergleich zum Rest der Branche ein erheblicher Vorteil.

Und dann der ehrliche Blick auf die Werbung. Nach § 5 Abs. 7 dürfen nur Inhaber einer Erlaubnis werben. Die Zeitbeschränkung von 06:00 bis 21:00 Uhr nach § 5 Abs. 3 Satz 1 betrifft virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casino — Sportwetten ausdrücklich nicht. Für Sportwetten gilt ein anderes Paket nach § 5 Abs. 3 und 6: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während seiner Live-Übertragung auf demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären, und kein Affiliate-Modell, das nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz bezahlt wird. Das ist der Grund, warum die Werbelawine im deutschen Fernsehen anhält, wenn ein Rennen beginnt.

Was das GlüStV nicht regelt: Es findet sich kein Bonusparagraf, der Sportwettenboni deckelt oder mit Mindestanforderungen versieht. Höhe, Umsatzbedingungen und Mindestquoten kommen allein aus den Bedingungen des Anbieters. Und deshalb ist es der einzige Punkt in einem ansonsten durchregulierten Markt, an dem der Anbieter die Regeln selbst schreibt.

Die Anbieter im Einzelnen

Sportwetten.de: der Anbieter ohne deutsche Firmierung

Auf der Whitelist steht für Sportwetten.de die NetX Betting Limited, 170 Pater House, Level 1 (Suite A168), Psaila Street, Birkirkara, Malta. Das Erstdatum der Sportwetten-Erlaubnis ist der 19.11.2020, eine Folgeerlaubnis vom 16.12.2022 ist verzeichnet. Der Markenname ist derselbe wie die Domain — für den rechtlichen Teil dieses Textes ist damit der Anbieter gemeint und keine Adresse, und wer einen Pfad oder ein www davorsetzt, hat den Unterschied zwischen einem Anbieter und einer Webseite nicht verstanden.

Was auffällt, ist der Zeitpunkt. Seit November 2020 ist die Erlaubnis alt genug, dass sie die Umstellung auf die LUGAS-Limitdatei und die Verifizierungspflicht nach § 6a mitgemacht hat, ohne aus der Liste zu fallen. Das ist eine Aussage über die Beständigkeit der Betreibergesellschaft, nicht über das Radsportprogramm. Wie viele Märkte der Anbieter zu einer Etappe aufmacht, wie er die Marge legt und wie er die Live-Beschränkungen des § 21 Abs. 4 handhabt, ist an keiner Stelle geprüft. Wer das wissen will, klickt im Juli ins Wettprogramm, öffnet eine Bergetappe und zählt die Positionen.

Der Punkt, an dem dieser Anbieter für einen Radsport-Zuschauer interessant wäre, ist nicht der Bonus, sondern das Einzahlungslimit. Nach § 6c Abs. 1 liegt es bei 1.000 € pro Monat über alle Anbieter. Bei einer Rundfahrt über drei Wochen ist das die wirksamste Bremse, die es gibt, und jede Diskussion über Wettautomaten verliert gegen eine Zahl, die auf dem eigenen Konto steht.

Wo der Anbieter verliert: Wer Wert auf ein dichtes Live-Angebot legt, findet hier nichts, was über das Etappenergebnis hinausgeht — das gilt aber für alle Anbieter in Deutschland, die sich an § 21 Abs. 4 halten. Das ist kein Werbepunkt für einen besonders vorsichtigen Anbieter, sondern die gesetzliche Untergrenze.

AdmiralBet: eine Greentube-Erlaubnis mit einem zweiten Standbein

Die Whitelist führt für AdmiralBet die Greentube Betting Malta Limited als Betreiberin, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 und 29.07.2024. Für virtuelle Automatenspiele unter slots.admiralbet.de besteht eine gesonderte Erlaubnis seit dem 28.09.2022.

Hieran läßt sich sehr gut zeigen, was die Trennung von Sport- und Casinoglück bedeuten soll. Zwei Erlaubnisse, zwei Daten, zwei getrennte Geschäfte. Ein Inhaber, der eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele hält, darf daraus nichts für sein Sportwettenangebot ableiten, und er darf auch nichts vom Casino ins Sportwettprogramm übertragen. Wer das eine mit dem anderen verwechselt, wird bei der Sportwette keine Kundenbindung finden, die von der Playstation importiert wurde.

Mit zwei Folgeerlaubnissen aus 2022 und 2024 ist der Anbieter der einzige im Set, für den drei Daten dokumentiert sind. Wer wissen will, wie ein Anbieter mit den Regeln umgeht, hat hier zumindest drei Gelegenheiten, an denen er sie erneut bestätigt bekommen hat — mehr sagt das aber nicht.

Für Radsport gibt es keinen dokumentierten Hinweis auf eine besondere Programmgestaltung. Wer Bergankünfte, Zeitfahren und ein Eintagesrennen vergleichen will, muss die Quoten selbst prüfen: dieselbe Etappe bei zwei Anbietern, gleiche Distanz, gleicher Fahrer — wer die bessere Zahl bietet, ist der günstigere, und wer Glück hat, findet einen Anbieter, der eine falsche Zahl stehen läßt.

ODDSET: eine andere Aufsicht, ein anderer Weg zur Erlaubnis

ODDSET ist der Anbieter mit dem ungewöhnlichsten Weg in die Liste. Nach dem Impressum von ODDSET erteilte das Regierungspräsidium Darmstadt der ODDSET Sportwetten GmbH mit Bescheid vom 15.12.2022 die Erlaubnis für Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb. Aufsichtsbehörde ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, Hansering 15, 06108 Halle (Saale).

Das ist eine andere Konstruktion als bei den Malta-Gesellschaften. Hier haftet eine deutsche GmbH, und der Weg in die Erlaubnis führt über eine Landesbehörde, bevor die GGL die Liste führt. Für einen Spieler ändert das am Schutz nichts: Die 1.000 € Einzahlungslimit gelten für ihn genauso, das OASIS wird genauso abgefragt. Im Zweifel, also wenn ein Anbieter auffällt, ist allerdings ein deutscher Rechtsweg etwas anderes als ein Sitz auf Malta. Und der Weg dorthin ist über die GGL veröffentlicht.

Wer die Hürden des § 6c Abs. 1 fürchtet — den Nachweis der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit für eine Erhöhung über 10.000 €, nach dem eine Selbstauskunft nicht genügt — bekommt hier eine Konstellation, in der es einen Ansprechpartner mit deutscher Gerichtszuständigkeit gibt. Das ist kein Bonus und keine Quote. Es ist der Fall, in dem man es merkt.

Der Nachteil: Ein Anbieter mit stationärem Vertrieb ist nicht automatisch der mit dem dichtesten Online-Programm. Radsportmärkte gehören zu den Nischen, in denen ein klassischer Wettanbieter seine Programme oft dünn hält.

bwin: seit 2020 in der Liste, ohne besondere Züge

Die Whitelist führt für bwin die bwin (Deutschland) Limited mit Sitz in Gzira, Malta: Sportwetten-Erlaubnis, Erstdatum 09.10.2020, Folgeerlaubnis vom 23.12.2022. Die Liste verzeichnet kein Ablaufdatum, und deshalb steht hier keines.

Der Anbieter gehört damit zu der Gruppe, die am ersten Tag der neuen Erlaubnisregel dabei war. Die Domain ist eine der bekanntesten der Branche, die Betreibergesellschaft nicht. Das ist die normale Konstruktion im deutschen Markt, und wer sie mit Häme betrachtet, sollte wissen, dass die GGL die Firma prüft und nicht die Fernsehbekanntheit.

Für Radsport: Zählt man die Märkte, die ein deutscher Anbieter zu einer Bergetappe stellt — Etappensieger, Kopf-an-Kopf, Klassementverschiebungen, Bergtrikot —, kommt man kaum an die Tiefe heran, die Wettkundige aus anderen Sportarten kennen. Wer eine Reihe von Bedingungen sucht, kann sich den Wettsteuer-Ansatz dieses Anbieters in den eigenen Bedingungen ansehen; die Angabe ist dort veröffentlicht, nicht hier.

Der stärkste praktische Hebel für diesen Anbieter liegt in der Fixierung auf die Zahlungswege nach § 6b Abs. 4: Bei einem Betreiber dieser Größe sind die Bankwege meistens eingerichtet — mit dem Ergebnis, dass ein Spieler es hier selten erlebt, dass eine Einzahlung zurückgewiesen wird, weil das Konto nicht auf seinen Namen lautet. Nach einem Renntag, wenn es darum geht, ein Guthaben innerhalb von fünf Werktagen zu bekommen, ist das der Unterschied, an den man sich erinnert.

Betway: der Anbieter mit dem dokumentierten Wettschein-Werkzeug

Für Betway führt die Whitelist die Betway Limited: Sportwetten-Erlaubnis, Erstdatum 09.03.2021, Folgeerlaubnis vom 23.12.2022.

Betway ist im Set der Anbieter, für den über die Erlaubnis hinaus ein konkretes Produktmerkmal dokumentiert ist. Beim Betway-Cash-Out erscheint das grüne Symbol unter „Meine Wetten“; der Wert der Wette wird angezeigt, und ausgezahlt werden kann der gesamte Betrag oder ein Teil. Das ist die eine Stelle in diesem Vergleich, an der ein Radsportler den Ausstiegsknopf mit einer Zahl daneben sieht und nicht nur mit einem Symbol.

Der zweite dokumentierte Punkt liegt im Fußball: Betway bietet einen Wettkonfigurator, der Auswahlen aus verschiedenen Partien kombiniert, den Konfigurator+. Für den Radsport ist das irrelevant, und man sollte nicht so tun, als ließe es sich übertragen. Eine Tour mit vier Etappen kombiniert und eine Vierer-Kombi aus einer Bundesliga-Runde sind zwei verschiedene Dinge: Die Quoten multiplizieren sich in beiden Fällen, die Margen auch, und ein Ausfall in der dritten Etappe beendet die Kombi.

In Sachen Livewetten während eines Radrennens gelten für Betway dieselben Grenzen wie für jedes andere deutsche Angebot: das Endergebnis und seltene Ereignisse nach § 21 Abs. 4. Der Cash-Out ist kein Umweg um diese Grenze, sondern ein Ausstieg aus einer Wette, die vor dem Start platziert wurde.

MERKUR BETS: eine späte Erlaubnis aus einer etablierten Gruppe

Für MERKUR BETS hält die Whitelist die Merkur Bets Malta Limited mit Sitz in Level 3, St Julians Business Centre, Triq Elija Zammit, STJ 3155, St. Julian’s, Malta, fest. Die Domain ist mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 6. November 2023 geführt.

Das ist die zweitjüngste Erlaubnis der zehn. Wer im November 2023 in den Markt eintritt, tritt in einen vollständig reglementierten ein: Verifizierungspflicht, LUGAS-Limitdatei, OASIS und die Sportwettensteuer sind zu diesem Zeitpunkt gesetzt. Der Anbieter konnte also nicht in einer Übergangszeit wachsen, in der die Regeln noch dünn waren.

Der praktische Folgesatz dessen ist trocken. Wer 2023 startet, hat keinen Bestand aus der Zeit vor der Regulierung, an dem sich etwas ablesen ließe, und es ist auch keine Wachstumsgeschichte. Was bleibt, ist die Marke einer Gruppe, die im deutschen Markt vor allem über Spielhallen und virtuelle Automatenspiele bekannt ist — und aus dieser Bekanntheit folgt für das Sportwettprogramm nichts.

Für Radsport lässt sich an dieser Stelle nur eines sagen: Wer am 6. November 2023 eine Erlaubnis bekommen hat, hat die Vorprüfung für die deutschen Spielerschutzregeln bestanden, und mehr steht darüber nicht in der Liste. Wer die konkreten Radsportmärkte wissen will, prüft sie im Sommer, nicht im Februar.

NEO.bet: die Erlaubnis einer Betreibergesellschaft, die 2020 anfing

Auf der Whitelist steht für NEO.bet die Greenvest Betting Limited, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit dem 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. Kein Ablaufdatum — die Liste kennt keines.

NEO.bet ist der Fall, bei dem der Name am wenigsten über das Alter der Erlaubnis sagt. Seit Oktober 2020 im Markt, mit einer Folgeerlaubnis Ende 2022, gehört der Anbieter zu der Gruppe, die die konsolidierte Regulierung von Anfang an mitgemacht hat. Das ist kein Zertifikat für Qualität, aber es ist ein Datenpunkt dafür, daß eine Gesellschaft in dieser Liste bleiben kann, ohne aus der Liste zu fallen.

Und das ist für einen Spieler relevanter als sein Aussehen. Wer während einer Rundfahrt Einzahlungen tätigt, braucht einen Anbieter, der weder die Einzahlung wegen Kontonamens zurückweist noch die Auszahlung später blockiert. Anonyme Zahlungsmittel sind per § 6b Abs. 4 ausgeschlossen; ein Anbieter, der das ernst nimmt, macht es den Leuten zuweilen schwer, und ein Anbieter, der es lasch nimmt, gerät dafür in echte Schwierigkeiten.

bet365: dieselbe Genehmigung, ein anderer Halter

Die Whitelist führt für bet365 die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta: Sportwetten-Erlaubnis, Erstdatum 09.10.2020, Folgeerlaubnis vom 27.12.2022 (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Die Hillside (Europe) ENC ist die einzige Gesellschaft im Set, die als „ENC“ firmiert. Was die Rechtsform im Einzelnen heißt, steht nicht in der Liste und gehört auch nicht in diesen Text; der Punkt ist die Sitzgesellschaft. Zehn Anbieter, zehn Haltungen in Malta — bei gleicher Erlaubnis. Wer darauf wartet, dass die Whitelist für deutsche Anbieter eine deutsche Firma ausweist, wartet vergebens.

Für die rund zwanzig Etappen der Tour heißt das konkret: Bet365 hat den Ruf eines Anbieters mit großer Programmbreite aus einem anderen Markt erworben, und dieser Ruf ist hier nur eines — ein Ruf. Für den deutschen Markt gibt es an dokumentierten Angaben lediglich die Erlaubnis. Wer die Programmtiefe im Radsport beurteilen will, muss die Etappenmärkte selbst zählen.

Ein Punkt, den man mit dieser Erlaubnis zusammen lesen muß: Bei einem Anbieter dieser Größe sind die Zahlungswege nach § 6b Abs. 4 in der Regel vollständig aufgesetzt, und darauf aufbauend liegt das Spielgeld nach § 6b Abs. 7 auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto. Das ist eine Absicherung, die bei einem Offshore-Anbieter niemand garantiert.

Interwetten: der Halter mit einem abweichenden Erstpermitsdatum

Für Interwetten führt die Whitelist die Interwetten Gaming Limited mit Sitz in Tigne‘ Point, Sliema, Malta: Sportwetten-Erlaubnis, Erstdatum 02.11.2020, Folgeerlaubnis vom 27.12.2022 (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Der November 2020 ist ein Monat nach dem großen 9. Oktober, in dem fünf Anbieter aus diesem Set ihre Erlaubnis erhalten haben. Ein Unterschied von drei Wochen in der Liste ist kein Unterschied. Wer in einem Merkmal einen Grund sucht, den einen 2020er-Anbieter einem anderen vorzuziehen, findet ihn nicht im Erstpermitsdatum.

Interessanter für einen Radsport-Wettenden sind die generellen Zahlungs- und Schutzregeln, die für alle in diesem Vergleich gelten: Nur Zahlungen von einem Konto auf eigenen Namen sind zulässig, das Guthaben liegt auf einem insolvenzgeschützten Konto, und die Auszahlung bei Kontoschließung erfolgt innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren. Nach dem Ende einer Rundfahrt ist genau dieser letzte Punkt der relevante — nicht die Geschwindigkeit, mit der eine Wette ausgewertet wird, sondern wie viele Tage das Geld bis auf dem Konto braucht.

Bet3000: der jüngste Eintrag im Set

Bet3000 ist mit Abstand der jüngste Eintrag. Als Veranstalter der Sportwetten unter Bet3000 führt die GGL die I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Lyons Range Court, Flat Nr. 1, Triq Bisazza, SLM 1640, Sliema, Malta; die Erlaubnis für Bet3000 ist dort mit dem Erstdatum 22. April 2026 verzeichnet (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Wer im April 2026 eine Erlaubnis erhält, hat den Antrag in einem Markt gestellt, in dem es weder die Zeit vor der Limitdatei noch eine Phase ohne OASIS gibt. Der Anbieter ist nicht durch die Tür gestolpert, er wurde durchgelassen. Und das ist der einzige belastbare Satz, den ein Erlaubnisdatum hergibt: Zum Zeitpunkt der Liste vom 2. Oktober 2026 ist die Erlaubnis fünf Monate alt.

Konkret für die Planung eines Radsport-Kontos: Bet3000 ist eine junge Erlaubnis mit dem potenziellen Vorteil, dass ein neuer Anbieter um Kunden wirbt, und dem potenziellen Nachteil, dass man über die Praxis bei der Auszahlung noch nicht viel wissen kann. Aus fünf Monaten wird kein Test. Wer eines der Frühjahrsklassiker im April 2026 mit dieser Erlaubnis ausgestattet sah, hat dennoch rechtlich sauber gewettet, wenn die Erlaubnis auf der Whitelist stand.

Was der Bonus kostet: Umsatz statt Zahl

Ein Bonus ist keine Gutschrift. Er ist eine Wette auf die eigene Disziplin, mit einer Umsatzbedingung als Preis. Und das GlüStV hilft hier nicht: Es gibt keine Norm, die einen Sportwettenbonus deckelt oder mit einer Mindestquote versieht. Höhe, Umsatz, Mindestquote und Frist kommen allein aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters.

Die Rechnung, die jeder Spieler selbst machen sollte, ist die Umsatzrechnung. Ein Bonus über x € mit einem Umsatzfaktor von y verlangt einen Gesamtumsatz von x mal y. Nur Wetten ab der geforderten Mindestquote zählen — wer darunter setzt, schiebt den Umsatz nicht an. Teilt man den Gesamtumsatz durch die übliche Einsatzhöhe pro Wette, kommt die Zahl der Wetten heraus, die man dafür platzieren muss, und diese Zahl ist das eigentlich Interessante. Sie ist bei einem 200-€-Bonus mit 10-fachem Umsatz eine ganz andere Hausnummer als die runde Ziffer auf dem Banner. Und weil jede dieser Wetten die Marge trägt, die im ersten Abschnitt dieses Textes gerechnet wurde, liegt der durchschnittliche Verlust — der Gesamtumsatz multipliziert mit der Marge eines Marktes — bei 5 % in einer Größenordnung, die einen Bonus köstlich aussehen lässt, aber nur, wenn man tatsächlich genau diesen Umsatz schafft. Wer Wetten in voller Höhe setzt, um den Umsatz zu beschleunigen, setzt mehr Geld, nicht weniger.

Die Mindestquote ist die zweite Falle. Sie steht in den Bedingungen, nicht im Werbebanner, und sie schließt die günstigsten Wetten aus. Wer eine Mindestquote von 1,70 einhält, findet in einem Bergetappen-Markt mit 30 Fahrern und Quoten von 4,00 bis 250,00 meist ohne Probleme eine, aber nicht mehr die Wette, die seine eigentliche Idee war. Der Umsatz wird so zur Satzpflicht: Man wettet nicht mehr, was man für richtig hält, sondern was die Bedingung durchlässt.

Dazu kommt der Cash-out. Er zählt bei vielen Anbietern nicht als Umsatz für den Bonus. Das ist keine böse Absicht, sondern die logische Konsequenz daraus, dass ein Cash-out eine Wette nicht beendet, sondern veräußert. Wer den Bonus in Teilen freispielen will, sollte die Bedingung des Anbieters genau lesen — das ist der einzige Ort, an dem sie steht.

Die dritte Falle ist die Frist. Boni haben in der Regel ein Ablaufdatum, und eine Rundfahrt über drei Wochen ist eine lange Zeit für eine kurze. Wer den Bonus über die Tour ausschöpfen will, ist nicht mehr frei, sondern unter Druck, und Druck ist genau das, wogegen die Limitdatei gebaut wurde.

Was von dem allen bei einem Radsport-Wettenden übrigbleibt

Die Kernproblematik ist ein Vergleich von Bedingungen, nicht von Werbung. Und die Bedingungen sind bei allen zehn Anbietern in diesem Text fast vollständig vorgegeben: Erlaubnis, Whitelist, Limitdatei, Verifizierung, eigenes Zahlungskonto, kein solches Konto ohne Klarnamen, kein Bonus ohne Bedingungen.

Was unterscheidet sie also? Der Zeitpunkt des Ersteintrags unterscheidet sie, und zwar kaum. Der Umgang mit Bonusbedingungen unterscheidet sie, aber diese Bedingungen sind anbieterabhängig und in diesem Text nicht bewertet. Und die Zahl der Radsportmärkte unterscheidet sie, und dort ist die Angabe für keinen der zehn dokumentiert. Wer den Vergleich gewinnen will, findet ihn also nicht in einer Rangfolge, sondern im Programm des Anbieters zu einer konkreten Etappe, an einem konkreten Renntag, mit dem eigenen Konto.

Der einzige belastbare Rat, der aus dieser Übersicht folgt, ist ein negativer: Bei einem Anbieter ohne Eintrag in der Whitelist gibt es keine Aufsicht, keine Sperrdatei und keinen deutschen Rechtsweg. Der Verlust aus einer illegalen Wette ist möglicherweise zivilrechtlich zurückforderbar — der Bundesgerichtshof hat am 25. Juli 2024 dem Gerichtshof der Europäischen Union die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit der Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht, und der Kläger verlangt von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Mehr als ein Hinweis darauf, dass die Frage noch offen ist, ist daraus nicht zu lesen. In einem konkreten Fall ist die spätere Stellungnahme des Generalanwalts aus dem Frühjahr 2026 zu beachten.

Häufige Fragen zu Radsport-Wetten

Wie wettet man auf Radsport, und bei welchen Anbietern ist das in Deutschland erlaubt?

Zulässig ist nur ein Anbieter mit Eintrag in der Whitelist der GGL. Wer dort nicht steht, darf hier keine Wetten anbieten; beschrieben ist das in § 9 Abs. 8 GlüStV. Auf einem Wettschein landen das Etappenergebnis, die Gesamtwertung, Trikotwertungen, Kopf-an-Kopf-Vergleiche und Kombinationen daraus — vorausgesetzt, die Wettart steht im zugelassenen Sportwettprogramm des Anbieters.

Welche Wettarten gibt es bei der Tour de France, etwa Etappensieger, Gesamtsieger oder Trikotwertungen?

Alle drei sind übliche Märkte, und sie unterscheiden sich in der Unsicherheit. Der Etappensieger ist nach drei bis fünf Stunden entschieden, die Gesamtwertung erst am letzten Sonntag. Dazu kommen Trikotmärkte: Gelb für die Gesamtwertung, Gepunktet für die Bergwertung, Weiß für den Nachwuchs, Grün für die Punktewertung. Platzierungen und Kopf-an-Kopf gehören ebenfalls dazu.

Welche Livewetten sind bei einem laufenden Radrennen in Deutschland zulässig, und wie funktioniert Cash-out?

Nach § 21 Abs. 4 GlüStV sind Livewetten nur auf das Endergebnis oder auf seltene Bestandteile wie das nächste Tor oder den nächsten Satz möglich — Beschränkungen, die den Radsport fast vollständig aus der Livewette herausnehmen. Cash-out ist kein gesetzlich geregelter Vorgang, sondern ein Merkmal des jeweiligen Anbieters, mit Bedingungen in dessen eigenen Geschäftsbedingungen.

Wie berechnet sich die Auszahlung bei einer Gesamtsieg-Wette mit der Quote 8,00 und 5 € Einsatz?

Bei einer Festquotenwette ergibt sich der Rückfluss aus Einsatz mal Quote: 5 € mal 8,00 sind 40 €. Der Nettogewinn ist Einsatz mal (Quote minus 1), hier also 35 €, und enthält den Anteil, der für die Marge des Anbieters schon beim Wetten abgezogen wurde. Ob der Gewinn mit oder ohne Sportwettensteuer gerechnet ist, hängt vom Ansatz des jeweiligen Anbieters ab.

Was zeigt die GGL-Whitelist, und warum sind OASIS und das Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat für Radsport-Wetten relevant?

Die Whitelist nach § 9 Abs. 8 glüstv ist der einzige belastbare Nachweis einer deutschen Erlaubnis. OASIS nach §§ 8, 8a ist das Sperrsystem, das bei Anmeldung und Login abgefragt wird. Das Einzahlungslimit verbindliche 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter ist über LUGAS durchgesetzt — bei einer Rundfahrt über drei Wochen die entscheidende Beschränkung.

Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf Quoten bei Radsport aus?

Die Steuer steht in §§ 16 bis 25 RennwLottG und wird nach §§ 17, 18 auf den „bezahlten Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ erhoben, was rund 5,03 % des eingezahlten Betrags entspricht. Geschuldet wird sie nach § 19 vom Veranstalter. Ob und wie er sie in seine Quoten einrechnet, entscheidet jeder Anbieter selbst — veröffentlicht ist das nur in seinen eigenen Bedingungen.

Inhalt erstellt vom Team «Basketballwetten online»