Wetten ohne LUGAS: die Wege im Vergleich und wen jeder davon trägt

Updated Oktober 2026
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Stand: 30. Oktober 2026 — die Erlaubnisangaben wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen.

Ein Stadion unter Flutlicht, aus großer Entfernung über eine dunkle Wiese fotografiert, am Himmel zieht Nebel auf.
LUGAS wird seit dem 01.01.2023 von der GGL verwaltet und von der Dataport AöR als IT-Dienstleister betrieben; die Kosten für die Zentraldateien tragen die Anbieter.

Wer „ohne LUGAS“ in die Suche tippt, sucht in aller Regel nicht nach einem Schlupfloch für ein Problem, sondern nach einem Buchmacher, der nicht bei jeder Einzahlung mitschreibt. Das ist ein nachvollziehbarer Wunsch. Er hat nur in Deutschland eine Antwort, die den Wunsch nicht erfüllt: Jeder Anbieter mit deutscher Erlaubnis muss an die Limitdatei angeschlossen sein, und jeder Anbieter ohne Anschluss hat keine Erlaubnis. Dazwischen gibt es nichts, kein Graufeld, keinen Übergang, keinen Antrag in Bearbeitung.

Der Weg ohne Limit führt deshalb aus dem erlaubten System heraus. Was das bedeutet, lässt sich in einem Satz sagen: Wer dort einzahlt, verliert gleichzeitig die 1.000-Euro-Grenze, die ihn schützt, die Sperrdatei, die ihn auffängt, und den deutschen Rechtsweg, wenn es streitig wird. Der Gewinn, den er dafür eintauscht, ist eine höhere Einzahlungsgrenze bei einem Veranstalter, den in Deutschland niemand beaufsichtigt. Manche Spielenden wollen genau das. Die meisten, die danach suchen, wollen es nicht — sie wollen, dass ihre Einzahlungen nicht über eine Behördenstruktur zusammengerechnet werden, und haben den Preis noch nicht gesehen.

Diese Seite beschreibt beide Wege mit ihren Bedingungen, nennt die zehn Anbieter, die den Vergleich tragen — sechs mit deutscher Sportwettenerlaubnis, vier ohne — und rechnet vor, was ein Bonus und was eine Einzahlung in einem Markt mit Hausvorteil im Durchschnitt kosten. Sie empfiehlt keinen Anbieter ohne Erlaubnis. Sie rät auch niemandem zu einer Wette.

Was LUGAS ist und warum es jeden erlaubten Anbieter betrifft

LUGAS ist kein Bonusprogramm und keine Marketingmarke, auch wenn der Name in Foren so klingt. Es ist das Länderübergreifende Glücksspielaufsichtssystem, und es besteht aus zwei IT-Systemen: den Zentraldateien — einer Limitdatei und einer Aktivitätsdatei — sowie dem Auswertesystem der Safe-Server. Seit dem 01.01.2023 wird LUGAS von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder verwaltet und von der Dataport AöR als IT-Dienstleister betrieben. Die Kosten für die Zentraldateien tragen die Anbieter selbst.

Ein Notizbuch mit handschriftlichen Notizen und ein Bleistift liegen auf einem Schreibtisch am Fenster, draußen fällt Morgenlicht herein.
Ende 2025 waren nach Angabe der GGL 5,3 Millionen registrierte Spielende in den LUGAS-Zentraldateien erfasst.

Der Anschluss ist für legale Anbieter verpflichtend. Das ist der eine Satz, an dem sich die ganze Frage entscheidet.

In der Limitdatei laufen die monatlichen Einzahlungen eines Spielenden bei allen erlaubten Anbietern zusammen. Wer bei drei Buchmachern je 400 Euro einzahlen will, kommt nach dieser Zusammenrechnung über die Schwelle, und der dritte Anbieter muss die Einzahlung ablehnen. Die Ablehnung ist keine Kulanzfrage und kein Ermessen eines Kundenservice-Mitarbeiters; sie ist die Pflicht, die an der Erlaubnis hängt.

Was in den Zentraldateien landet, ist enger begrenzt, als die meisten vermuten. Die Zuordnung erfolgt über Pseudonyme, die den Spielenden zugewiesen sind. Klardaten werden dort nicht gespeichert. Die Angabe des anbieterübergreifenden Einzahlungslimits ist bei der erstmaligen Registrierung notwendig — nicht irgendwann später, sondern im Registrierungsvorgang selbst.

Die Aktivitätsdatei, die kaum jemand auf dem Zettel hat

Neben dem Limit gibt es einen zweiten Mechanismus, und er ist für die Frage nach dem Anbieterwechsel der eigentlich harte: die Aktivitätsdatei. Sie ist der Grund, warum ein zweites Konto bei einem zweiten erlaubten Anbieter nicht einfach eine zweite Chance ist. Paralleles Spielen bei mehreren Veranstaltern ist untersagt, und die Aktivitätsdatei ist das Werkzeug, mit dem das geprüft wird.

Bemerkenswert ist die Zahl hinter dem System. 2025 verarbeitete LUGAS Daten von über 60 erlaubten Glücksspielanbietern und rund 5 Millionen registrierten Spielenden. Sechzehn Länder nutzen die Ergebnisse für ihre Regulierung. Zum 31.12.2024 waren 6,1 Millionen Spielende in den LUGAS-Zentraldateien verzeichnet, Ende 2023 waren es 5,4 Millionen; Ende 2025 nannte die Behörde 5,3 Millionen registrierte Spielende. Ein System, das die halbe erwachsene Bundesrepublik durchzählt, ist keine Randnotiz der Branche. Es ist die Infrastruktur, in der legales Sportwetten in Deutschland stattfindet.

Die Verfügbarkeit der Zentraldateien lag 2024 bei über 99,99 Prozent. Wenn ein Anbieter also mitteilt, technische Gründe hätten eine Einzahlung verhindert, ist das eine Erklärung, die gegen diese Zahl gehalten werden darf.

Und es geht weiter: Ab 2027 sollen die Auswertungen der GGL verstärkt auf Daten aus den LUGAS-Safe-Servern gestützt werden. Der Verbund wächst, nicht zurück.

Der Weg ohne Limit: welche Rechtslage es ist und was sie ausschließt

Anbieter mit deutscher Erlaubnis müssen LUGAS anbinden. Angebote ohne Anschluss besitzen keine Erlaubnis und unterliegen keiner deutschen Aufsicht. Aus diesen zwei Sätzen folgt der gesamte Rest des Themas.

Zuständig ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale), tätig nach dem GlüStV 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021. Sie erteilt die bundesweite Erlaubnis für das Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten im Internet und beaufsichtigt und ahndet. Der offizielle Test auf eine Erlaubnis ist die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV. Der Stand vom 02.10.2026 enthält 30 Einträge: 27 Inhaber mit einer Sportwettenerlaubnis — zwei davon zusätzlich für Pferdewetten — und drei Inhaber, die nur Pferdewetten anbieten dürfen.

Diese Liste ist die einzige belastbare Prüfung. Eine .de-Endung beweist nichts; jeder Whitelist-Eintrag trägt eine solche Domain, aber eine solche Domain allein sagt über eine Erlaubnis gar nichts. Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre. Die Whitelist zeigt nur Erteilungsdaten, kein Enddatum — wer ein Ablaufdatum liest, liest es woanders her.

Ein Detail, das bei der Anbietersuche regelmäßig untergeht: Nur die unter der Sportwettenerlaubnis geführte Domain nimmt Sportwetten an. Eine Erlaubnis desselben Halters für virtuelle Automatenspiele ist eine andere Erlaubnis mit anderen Regeln. Wer auf einer Casino-Unterseite landet, ist nicht automatisch auf der Seite, die die Sportwettenerlaubnis trägt.

Angebote ohne Anschluss in Deutschland: der Status

Ein Veranstalter, der Menschen in Deutschland Sportwetten anbietet, ohne eine deutsche Erlaubnis zu besitzen, betreibt unerlaubtes Glücksspiel. Eine Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Erlaubnis hat in Deutschland keine Bedeutung. Die GGL warnt Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten; sie hat das im Zusammenhang mit einem Schlag gegen illegales Glücksspiel in Milliardenhöhe getan.

Beim Strafrecht hilft Genauigkeit mehr als Dramatik. Das Veranstalten ist nach § 284 StGB mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe bewehrt, die Werbung dafür mit bis zu einem Jahr, die Teilnahme nach § 285 StGB mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe. Verfolgungen einzelner Spielender sind nicht festgestellt. Das ist weder ein Freibrief noch ein Grund, den Sachverhalt größer zu malen, als er ist — es ist schlicht der Stand.

Zur Durchsetzung gehören Untersagungsverfügungen, Zahlungsblockaden und Netzwerkblockaden. Die Zivilgerichte haben in mehreren Fällen Veranstalter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung von Einsätzen verurteilt, und die Frage ging vom Bundesgerichtshof zum Europäischen Gerichtshof.

Der Tipico-Fall und was ein Urteil nicht verspricht

Der Bundesgerichtshof legte dem EuGH am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vor, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht. Der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 Euro Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) hält Generalanwalt Nicholas Emiliou es grundsätzlich für möglich, unlizenzierte Sportwettenanbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze zu verpflichten — mit der Ausnahme, dass Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen.

Wer daraus einen Rückzahlungsanspruch für sich ableitet, leitet zu viel ab. Schlussanträge sind kein Urteil, der Ausnahmetatbestand ist nicht klein, und niemandem ist eine Rückzahlung zugesagt. Wer vor der Wahl zwischen einem erlaubten und einem nicht erlaubten Veranstalter steht, sollte den Ausgang eines Verfahrens nicht als Preis einkalkulieren.

Steuer, Werbung und der Punkt, an dem die Bonusfrage endet

Die Sportwettensteuer steht in §§ 16 bis 25 RennwLottG und beträgt 5,3 Prozent der Bemessungsgrundlage „Einsatz, der um die Steuer selbst vermindert ist“. Das ergibt rund 5,03 Prozent des eingezahlten Betrags, also 5,3 geteilt durch 105,3. Geschuldet wird sie vom Veranstalter der Wette, nicht vom Wettenden. Ob und wie er sie weitergibt, ist seine Entscheidung, und darüber entscheidet seine eigene Regelung. Die Steuer trifft auch Anbieter ohne Erlaubnis; eine gezahlte Steuer ist kein Beleg für eine Erlaubnis.

Werbung für Sportwetten dürfen nur Erlaubnisinhaber schalten. Die Sperre zwischen 06:00 und 21:00 Uhr betrifft virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Online-Casinospiele — nicht Sportwetten. Für Sportwetten gelten andere Grenzen: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während seiner Live-Übertragung im selben Programm, keine Werbung mit aktiven Sportlern und Funktionären, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz.

Und die Frage, wegen der die meisten Leser überhaupt auf dieser Seite sind: Das GlüStV enthält keine Vorschrift, die einen Sportwettenbonus festsetzt oder deckelt. Beträge, Umsatzbedingungen und Mindestquoten kommen ausschließlich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Wer also einen Bonus mit attraktiven Zahlen sieht, hat nicht einen gesetzlichen Anspruch gesehen, sondern eine Hausregel — deren Grenzen im Abschnitt über Boni in konkreten Beträgen stehen.

Spielerschutz: was das Limitdirndl zusammenhält und was nicht

Der Schutz der Spielenden in Deutschland ist ein Verbund aus mehreren Systemen, und er funktioniert nur als Verbund. Einzeln betrachtet sieht jedes davon harmlos aus. In der Kombination erklärt er, warum die Suche nach einem Anbieter ohne Anschluss am Ende so wenig auszahlt.

Ein Smartphone liegt mit dem Display nach unten auf einem Küchentisch, daneben stehen ein Glas Wasser und eine Armbanduhr.
Zum 31.12.2024 waren 6,1 Millionen Spielende in den LUGAS-Zentraldateien verzeichnet, Ende 2023 waren es 5,4 Millionen.

Die Teilnahme ist ab 18 Jahren möglich. Bei jedem Anbieter gilt ein Konto pro Person mit vollständiger Verifizierung. Vor abgeschlossener Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spielbetrieb zulassen, mit einem Einzahlungslimit von 100 Euro und ohne Auszahlungen. Das ist die Frist, in der sich entscheidet, ob jemand schnell sein kann — mehr als 100 Euro und kein Cent hinaus.

Beim Einzahlungslimit liegt der Standard bei 1.000 Euro pro Kalendermonat, über alle Anbieter hinweg, durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, kann für eine einzelne Person ein höheres Limit setzen: bis zu 10.000 Euro, und zwischen 10.000 und 30.000 Euro für höchstens 1 Prozent seiner aktiven Spielenden. Beides nur gegen nachweisbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Ein niedrigeres Limit gilt sofort, ein höheres erst nach 7 Tagen.

OASIS, Panikbutton und was nur im Verbund funktioniert

OASIS ist die bundesweite Sperrdatei nach §§ 8, 8a GlüStV. Sie wird bei der Registrierung und beim Login abgeglichen. Wer sich dort mit einer Frist selbst sperrt, ist mindestens drei Monate gesperrt; nennt er keine Frist, greift die Sperre für mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige Sperre von 24 Stunden aus.

Der entscheidende Punkt für alles, was mit einem nicht angeschlossenen Anbieter zu tun hat: Offshore-Seiten sind weder an OASIS noch an LUGAS angeschlossen. Das Werkzeug, das einen Spielenden mitten in einem Verlustlauf ausbremst, existiert dort nicht — nicht, weil es abgeschaltet wurde, sondern weil es nicht angeschlossen ist. Wer eine freiwillige Selbstsperre bei einem erlaubten Anbieter aufrechterhält und dann auf einer nicht lizenzierten Seite weitermacht, hat sich nicht selbst ausgetrickst, sondern nur seine Sperre umgangen. Der Deutsche Weg der Spielerschutz-Regeln hat dort keine Gültigkeit.

Bei den Zahlungen gilt: Einzahlungen sind nur von einem Zahlungskonto im eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut möglich. Anonyme Zahlungsmittel sind nicht erlaubt. Das ist der Mechanismus, der Krypto und anonymes Prepaid aus dem erlaubten deutschen Wettgeschäft heraushält — und der Grund, warum viele Spieler, die „mit Krypto“ suchen, automatisch außerhalb des erlaubten Systems landen. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Sache und wird nur nach seinen Bedingungen beschrieben.

Spielergelder liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt. Das ist eine der wenigen Stellen, an denen die deutsche Regelung einem Anbieter ohne Erlaubnis auch praktisch voraus ist: Bei ihm hängt die Auszahlung an seiner eigenen Zahlungsmoral und an einem Rechtsweg, der für einen Spielenden in Deutschland kaum gangbar ist.

Wovon ein Anbieter lebt, wenn niemand die 1.000-Euro-Grenze zieht

Wer auf einer Seite ohne Anschluss wettet, gibt die Einzahlungsgrenze auf und bekommt dafür nichts, was ihn schützt. Es lohnt sich, an dieser Stelle einmal nachzurechnen, was ein normaler Wettmarkt überhaupt an den Buchmacher abgibt, bevor jemand über Limits redet.

Ein Rechenbeispiel, keine zitierte Quote: ein Markt mit zwei Ausgängen und den Quoten 1,90 auf jeder Seite. Der Quotenschlüssel, also der Anteil der Einsätze, den dieser Markt zurückzahlt, ergibt sich aus 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte der Quoten. Bei zwei mal 1,90 ist das ein Quotenschlüssel von 95 Prozent; die Marge des Veranstalters ist die Differenz, also 5 Prozent. Von jedem Euro, der in diesem Markt umgesetzt wird, bleiben dem Buchmacher im Durchschnitt fünf Cent — unabhängig davon, welche der beiden Seiten gewinnt, und unabhängig davon, wer gewinnt. Das ist kein Verdacht, das ist die Arithmetik einer Quote.

Jetzt das Szenario, das die Grenze selbst betrifft. Die Vorgabe von 1.000 Euro pro Kalendermonat aus § 6c Abs. 1 GlüStV ist eine Einzahlungsgrenze, kein Einsatzdeckel; ein Sportwetten-Einsatzlimit je Wette kennt die Regelung nicht. Wer diesen Rahmen einmal vollständig einzahlt und die 1.000 Euro in einem solchen Markt einmal umsetzt, verliert dabei im Erwartungswert die Marge auf den umgesetzten Betrag — also rund 50 Euro. Das ist der Durchschnitt über viele Wetten, keine Vorhersage für einen einzelnen Wettschein, und es ist nur die Marge: Quotenstreuung, Auszahlungsbearbeitung und alles, was danach kommt, sind nicht eingerechnet.

Interessant wird es mit der Wiederholung. Wer die 1.000 Euro in zehn Wetten zu je 100 Euro umsetzt statt in einer, bleibt bei rund 50 Euro erwarteten Kosten — der Umsatz ist derselbe, und die Marge greift pro umgesetztem Euro. Wer dagegen innerhalb eines Monats insgesamt 5.000 Euro umsetzt, liegt im Erwartungswert bei rund 250 Euro. Die Steuerung, die den Ausschlag gibt, ist also nicht die Zahl der Wetten und nicht die Höhe des Einsatzes, sondern die Summe des Umsatzes. Der Bereich, in dem sich diese Kosten bewegen, hängt an drei Dingen: an der Marge des gewählten Markts, an der Zahl der Umschichtungen und daran, ob der Betrag zwischenzeitlich als Gewinn zurückkommt und erneut gesetzt wird. Ein Markt mit 4 Prozent Marge macht daraus 40 Euro je 1.000 Euro Umsatz, einer mit 6 Prozent 60 Euro. Zwischen 40 und 60 Euro je umgesetztem Tausender liegt die Größenordnung, in der sich ein deutscher Standardrahmen im Schnitt bewegt.

Genau hier liegt die Ironie der Suche nach einem höheren Limit: Ein höheres Einzahlungslimit ist kein höherer Gewinn. Es ist ein höherer Umsatzrahmen, und der Umsatzrahmen ist die Größe, an der die Marge hängt. Wer sein Limit von 1.000 auf 10.000 Euro hebt, hat nicht mehr Geld zum Wetten, sondern zehnmal so viel Betrag, auf den im Durchschnitt der Quotenschlüssel abgezogen wird.

Wann sich ein höheres Limit auf Dauer gar nicht auszahlt

Wer nachrechnet, merkt schnell, dass die Frage nach dem Limit eine Frage nach der eigenen Spielweise ist, nicht nach dem Anbieter. Drei Typen von Spielenden, drei verschiedene Antworten:

Prüfen statt glauben: wie sich eine Erlaubnis in zwei Minuten feststellen lässt

Bevor irgendein Anbieter in die engere Wahl kommt, steht eine Prüfung, und sie ist kostenlos, offiziell und dauert länger beim Lesen als beim Suchen. Die Bedingungen, unter denen sie verlässlich ist:

Wer diese vier Punkte abarbeitet, braucht für die Suche nach einer Erlaubnis weniger Zeit als für das Ausfüllen einer Registrierung. Und die Prüfung liefert das einzige Ergebnis, das sich nicht widerlegen lässt — sie zeigt, ob das Angebot im deutschen Verbund steht oder außerhalb.

Die zehn Anbieter im Vergleich

Die folgende Tabelle ordnet die zehn Veranstalter, die den Vergleich tragen, nach ihrem Status. Die Reihenfolge ist der Vergleich, nicht eine Empfehlung: oben stehen die Marken mit deutscher Erlaubnis, darunter die Marken ohne. Ein Urteil über die Qualität eines Angebots trifft die Tabelle nicht — das steht in den einzelnen Abschnitten.

Anbieter Status auf der GGL-Whitelist und Inhaber der Erlaubnis Sportwetten-Erlaubnis seit Betreibergesellschaft
ODDSET Whitelist-Eintrag, Sportwetten 18.11.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022 Oddset Sportwetten GmbH
Interwetten Whitelist-Eintrag, Sportwetten 02.11.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022 Interwetten Gaming Limited
AdmiralBet Whitelist-Eintrag, Sportwetten 09.10.2020, Folgeerlaubnisse 13.12.2022 und 29.07.2024 Greentube Betting Malta Limited
bet-at-home Whitelist-Eintrag, Sportwetten 02.11.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022 Bet-at-home.com Internet Limited
Winamax Whitelist-Eintrag, Sportwetten 29.06.2021, verlängert 08.12.2022 WINAMAX SA
Tipico Whitelist-Eintrag, Sportwetten 09.10.2020, Folgeerlaubnis 09.12.2022 Tipico Co. Limited
22Bet kein Whitelist-Eintrag keine deutsche Erlaubnis —
Playzilla kein Whitelist-Eintrag keine deutsche Erlaubnis —
Boomerang Bet kein Whitelist-Eintrag keine deutsche Erlaubnis —
Sportaza kein Whitelist-Eintrag keine deutsche Erlaubnis —

Die Spalte mit der Erlaubnis seit ist die interessanteste und die am wenigsten aussagekräftige zugleich. Sie zeigt, wie lange eine Marke schon im deutschen System ist: ODDSET, Interwetten, AdmiralBet und Tipico sind seit 2020 dabei, bet-at-home seit dem 02.11.2020, Winamax seit 2021. Sie zeigt aber kein Enddatum, weil die Whitelist keines führt, und sie sagt nichts darüber, ob eine Marke heute besser oder schlechter arbeitet als ihre Nachbarin in der Liste. Sechs Marken aus einem Register mit 27 Sportwetten-Inhabern sind keine Rangliste des Marktes, sondern eine Auswahl. Wer die vollständige Liste braucht, findet sie bei der Aufsichtsbehörde.

Der zweite Teil der Tabelle ist der, der die Seitenwahl entscheidet. Vier Marken stehen ohne deutschen Eintrag. Kein Eintrag bedeutet hier nicht „Prüfung läuft“ und auch nicht „weniger bekannt“, sondern: kein deutscher Veranstalter, keine deutsche Aufsicht, keine Anbindung an OASIS oder LUGAS. Sie werden im nächsten Abschnitt einzeln beschrieben, weil Spielende ihnen begegnen und weil eine Wahl ohne Kenntnis der Alternative keine Wahl ist.

Anbieter mit deutscher Erlaubnis: wofür sie stehen

Die folgenden sechs Marken haben gemeinsam, dass sie im LUGAS-Verbund stehen. Das ist die Grundlage dafür, dass die 1.000-Euro-Grenze überhaupt über ihre Kasse läuft, dass OASIS bei Registrierung und Login abgeglichen wird und dass eine Auszahlung im Zweifel vor einem deutschen Gericht durchgesetzt werden kann. Wie sie sich innerhalb dieses Rahmens verhalten, unterscheidet sie.

ODDSET: die Marke mit der längsten amtlichen Vorgeschichte

Die Whitelist führt für ODDSET die Oddset Sportwetten GmbH als Inhaber einer Sportwettenerlaubnis, erteilt am 18.11.2020, mit Folgeerlaubnis vom 15.12.2022. Die Erlaubnis wurde vom Regierungspräsidium Darmstadt erteilt und erlaubt Sportwetten im Internet und im stationären Vertrieb; Aufsichtsbehörde ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder.

Wer die Seitenwahl nach dem Kriterium „möglichst weit weg von jeder Grauzone“ trifft, landet hier. Die Kombination aus Internet- und stationärem Vertrieb ist in dieser Liste selten und für Leser relevant, die einen Laden in der Nähe haben und beide Wege nutzen wollen. Ein Nachteil gegenüber den jüngeren Marken lässt sich aus den Erlaubnisdaten nicht ableiten. Wer bei ODDSET einzahlt, ist im System, und wer im legalen System spielt, hat die Sicherheit, die eine Aufsicht bietet.

Interwetten: der Platzhalter, wenn Zuverlässigkeit das Kriterium ist

Für Interwetten ist die Interwetten Gaming Limited als Inhaberin der Sportwettenerlaubnis geführt, erstmals am 02.11.2020, mit Folgeerlaubnis vom 27.12.2022.

Interwetten ist eine der Marken in dieser Liste, bei denen die Erlaubnishistorie am wenigsten zu erklären übrig lässt: seit 2020 im System, mit regulärer Folgeerlaubnis, kein Bruch. Wer nach einem Buchmacher sucht, bei dem die Verifizierung und die Auszahlung nach bekanntem Muster ablaufen und niemand eine Überraschung sucht, ist hier richtig. Das ist keine Aussage über Quoten — die Whitelist führt keine Quoten, und ich trage keine nach.

AdmiralBet: zwei Erlaubnisstränge unter einem Dach

Für AdmiralBet ist die Greentube Betting Malta Limited als Betreiberin geführt, mit einer Sportwettenerlaubnis seit dem 09.10.2020 und Folgeerlaubnissen vom 13.12.2022 und 29.07.2024. Für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht eine Erlaubnis seit dem 28.09.2022.

Das ist der didaktisch wertvollste Eintrag der Liste. Hier steht schwarz auf weiß, dass eine Sportwettenerlaubnis und eine Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele zwei getrennte Dinge sind, mit getrennten Erteilungsdaten und getrennten Regeln. Wer die Casino-Angebote bei AdmiralBet nutzt, spielt nicht nach den Bedingungen, die für Sportwetten bei AdmiralBet gelten. Diese Unterscheidung wird im Abschnitt zum Spielerschutz noch wichtig, wenn es um die Frage geht, was ein Casino-Limit mit einem Sportwetten-Limit zu tun hat: nichts.

bet-at-home: die Sportwetten-Erlaubnis und die Casino-Erlaubnis nebeneinander

Für bet-at-home ist die Bet-at-home.com Internet Limited als Betreiberin geführt, mit einer Sportwettenerlaubnis seit dem 02.11.2020, einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022 und einer Erlaubnis für virtuelle Automatenspiele seit dem 28.12.2022.

Der Eintrag zeigt, wie ein Anbieter über Jahre im Register bleibt: Erstgenehmigung im Herbst 2020, danach eine Folgeerlaubnis und ein zweiter Strang für Automatenspiele. Für die Entscheidung eines Wettenden ist daran vor allem eines nützlich: Die Unterscheidung zwischen dem Sportwetten-Teil und dem Casino-Teil ist hier nicht theoretisch, sondern an Daten ablesbar. Wer die Seite als Sportwetten-Anbieter nutzt, nutzt eine Erlaubnis, die mit Automatenspielen nichts zu tun hat.

Winamax: die späte Erlaubnis mit dem Verlängerungsvermerk

Die WINAMAX SA erhielt am 29.06.2021 vom Regierungspräsidium Darmstadt eine Erlaubnis für Online-Sportwetten, verlängert mit Bescheid vom 08.12.2022. Beaufsichtigt wird das Unternehmen von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder.

2021 ist spät für diese Liste, und der Grund dafür ist ein Datenpunkt für sich: Die deutschen Erlaubnisse kamen in Wellen, und nicht jede Marke war von Anfang an dabei. Wer diese Marke in Foren als „neu“ beschrieben sieht, liest eine Beschreibung, die seit 2021 veraltet ist. Wer den Stand von heute prüfen will, prüft die Whitelist, nicht ein Forenposting.

Tipico: der Anbieter, der gerade in einem Verfahren steht

Für Tipico ist die Tipico Co. Limited als Inhaberin der Sportwettenerlaubnis geführt, erstmals am 09.10.2020, mit Folgeerlaubnis vom 09.12.2022.

Und hier ist der Punkt, an dem dieser Anbieter aus der Reihe fällt: Tipico ist der Beklagte in genau dem Verfahren, das im Abschnitt zur Rechtslage beschrieben ist. Der Kläger fordert mehr als 3.700 Euro Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück, der BGH hat die Frage dem EuGH vorgelegt, und der Generalanwalt hält einen Rückzahlungsanspruch grundsätzlich für möglich. Für einen Spielenden folgt daraus keine Handlungsanweisung, wohl aber eine Perspektive: Dass ein Anbieter heute auf der Whitelist steht, sagt nichts über die Jahre davor. Wer aus einem laufenden Verfahren eine Erwartung an sein eigenes Konto ableitet, überschätzt die Aussagekraft von Schlussanträgen erheblich.

Anbieter ohne deutsche Erlaubnis: was sie anbieten und was fehlt

Die vier folgenden Marken sind in Deutschland nicht erlaubt. Sie werden beschrieben, weil deutsche Spielende ihnen begegnen, und weil ein Vergleich, der nur eine Seite kennt, keine Entscheidungsgrundlage ist. Keine dieser Beschreibungen ist eine Empfehlung; diejenigen unter ihnen, die in der Erlaubnisliste der Aufsichtsbehörde nicht erscheinen, sind Angebote, vor denen die Behörde Verbraucher ausdrücklich warnt.

Bei allen vieren gilt derselbe Rahmen, und er ist der Grund, warum sie in einem eigenen Abschnitt stehen und nicht in die obere Hälfte der Tabelle gerutscht sind: kein deutscher Veranstalter, keine Verbindung zu OASIS, keine Verbindung zu LUGAS, kein deutscher Rechtsweg, wenn eine Auszahlung ausbleibt. Die Lizenz, die ein solcher Anbieter auf seiner Seite nennt, ist in Deutschland ohne Bedeutung.

22Bet: ein breites Sportprogramm auf einem Sportwetten-Portal

22Bet führt auf der eigenen Webseite einen Sportwetten-Bereich mit Wetten unter anderem auf Fußball, Eishockey, Biathlon, Baseball und Boxen.

Das ist ein Programm, das in Breite über das hinausgeht, was ein deutscher Veranstalter zeigen darf — nicht weil deutsche Anbieter weniger könnten, sondern weil das Sportwettprogramm nach § 21 Abs. 5 GlüStV auf die von der Behörde zugelassenen Wettarten begrenzt ist. Wer das breitere Angebot nutzt, nutzt genau den Unterschied, der außerhalb des erlaubten Systems entsteht. Von den vier Anbietern hier ist 22Bet die Marke mit dem umfangreichsten Sportportfolio. Dass eine hohe Auswahl gleichzeitig die beste Kondition bedeutet, folgt daraus nicht — über die Marge dieses Sportwetten-Bereichs sagt die Liste der Sportarten nichts.

Playzilla: Sportwetten und virtuelle Sportwetten in einem Bereich

Playzilla bietet auf der eigenen Webseite einen Sportsbook-Bereich mit Live-Wetten und virtuellen Sportwetten an.

Virtuelle Sportwetten sind ein Punkt, bei dem ich in dieser Liste vorsichtig bin: Zur Zulässigkeit virtueller Sportwetten im erlaubten deutschen System lässt sich anhand des Materials keine belastbare Aussage treffen, und wer seine Entscheidung darauf stützt, sollte das im eigenen Sportwettprogramm prüfen, statt einer Marketingseite zu folgen. Bleibt der Live-Bereich. Wer während eines laufenden Spiels setzen will, findet bei einem erlaubten Anbieter ein eingeschränktes Feld: erlaubt sind im laufenden Ereignis nur Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Nächstes Tor im Fußball ist möglich, nächster Satz im Tennis auch, der nächste Punkt im Tennis und der nächste Korb im Basketball nicht. Wer Playzilla wählt, um diese Grenze zu umgehen, wählt bewusst das Feld außerhalb des Schutzes.

Boomerang Bet: ein Sportsbook mit eigenem Regelwerk

Boomerang Bet bietet auf der eigenen Webseite Sportwetten mit den Bereichen „Sport“, „In-Play“, „Esports“ und „Top leagues“ an und veröffentlicht ein eigenes Dokument „Sportsbook Rules“.

Das ist die klarste Illustration eines Prinzips, das nicht nur diesen Anbieter betrifft: Wo keine staatliche Aufsicht greift, entscheidet der Veranstalter, was gilt, und schreibt es in ein eigenes Regelwerk. Ein solches Dokument ist lesenswert und nützlich. Es ist keine Marktaufsicht. Bei einem Whitelisted Anbieter steht über seiner Hausregel noch ein behördliches Sportwettprogramm; hier steht nur die Hausregel, und ihre Einhaltung setzt der Verlag selbst durch. Der Esports-Bereich verdient eine eigene Anmerkung: Die Behörde stellt fest, dass Wetten auf E-Sport nicht möglich sind, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt ist. Es gibt in Deutschland kein erlaubtes E-Sport-Wetten. Was Boomerang Bet dazu anbietet, liegt entsprechend außerhalb des erlaubten Systems.

Sportaza: Anjouan statt Halle

Sportaza gibt in der Fußzeile an, von der Regierung der Autonomen Insel Anjouan, Union der Komoren, lizenziert und reguliert zu sein, und nennt die Lizenznummer ALSI-202606064-FI2.

Das ist die nützlichste Angabe der vier, gerade weil sie so deutlich ist. Wer wissen will, ob ein Sportwetten-Angebot den deutschen Verbund trägt, hat hier die Antwort in der Fußzeile: Aufsicht über eine Inselgruppe im Indischen Ozean. In Deutschland hat diese Erlaubnis keine Bedeutung. Ob ein deutscher Wettender dort überhaupt sein darf, ist mit nein zu beantworten. Wie ein Kontoinhaber sein Guthaben dort zurückerhält, wenn das Angebot eingestellt wird, hängt an einem Streitweg, den ein deutscher Spielender wirtschaftlich nicht führen kann.

Was die vier gemeinsam nicht haben — und was das praktisch heißt

Zusammengenommen fehlt den vier Anbietern dasselbe Paket, und es ist kein Nebenaspekt: die 1.000-Euro-Schwelle über LUGAS, der OASIS-Abgleich bei Registrierung und Login, die Sperrfristen nach Freiwilliger Selbstsperre, der Panikbutton, das insolvenzgeschützte Treuhandkonto, die Auszahlung des Guthabens innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren nach Kontoschließung und die Zahlung nur von einem Konto im eigenen Namen. Wer dort spielt, gibt all das auf und bekommt im Gegenzug ein höheres Limit und ein breiteres Sportprogramm. Das eine ist Komfort, das andere Geld. Es lohnt sich, das einmal gegeneinander zu rechnen — und genau das tut das Rechenbeispiel, das im Abschnitt zu den Kosten der Marge steht.

Was ein Neukundenbonus bei einem erlaubten Anbieter wirklich verlangt

Boni sind der Punkt, an dem das Marketing am weitesten von der Rechnung entfernt ist, und der Punkt, an dem ein Blick in die Bedingungen am meisten spart. Die wichtigste Feststellung vorweg: Das GlüStV setzt keinen Sportwettenbonus fest und deckelt keinen. Es gibt keine gesetzliche Obergrenze für den Bonusbetrag, keine gesetzliche Umsatzvorgabe und keine gesetzliche Mindestquote. Alles, was hier steht, steht in den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters — öffentlich, aber nur dort.

Das Wort „gratis“ hält dieser Blick selten aus. Eine Gratiswette oder Freiwette, deren Einsatz nicht mit ausgezahlt wird, ist keine Gratiszahlung, sondern ein Gutschein mit Haltbarkeitsdatum. Wo ein Willkommensbonus als Einzahlungsgutschein mit Umsatzbedingungen auftritt, ist der Bonusbetrag nicht das Geschenk, sondern die Wette, die der Betrag verlangt: Er muss über durchgesetzt. Ein risikofreier Betrag, der im Falle eines Verlusts als Freiwette zurückkommt, ist kein Geld zurück. Und die Mindestquote ist das entscheidende Kleingedruckte: unterhalb dieser Quote zählt ein Einsatz nicht für die Erfüllung der Bedingungen — der Spielende setzt also in einem engeren, teureren Feld, als er gewählt hätte.

Ich will ein Beispiel durchrechnen, und ich sage vorweg, dass es ein Beispiel ist und keine Kondition eines bestimmten Anbieters: 100 Euro Bonusbetrag, ein Umsatzfaktor von 10, die Umsatzbedingungen beziehen sich also auf den Bonusbetrag allein. Daraus folgt ein erforderlicher Umsatz von 1.000 Euro. Bei einem Einsatz von 10 Euro pro Wette sind das 100 Wetten, wobei nur Wetten ab der Mindestquote überhaupt zählen. Wer den Umsatz in einem Markt mit dem Quotenschlüssel von 95 Prozent aus dem vorigen Rechenbeispiel abwickelt, liegt im Erwartungswert bei rund 50 Euro Kosten. Der Bonusbetrag deckt diesen Erwartungswert, die Marge verkleinert ihn. Der Puffer ist der Unterschied — nicht Null, und keinen Cent wert, dass jemand zu dick aufträgt.

Ich hätte dasselbe Beispiel mit einem Umsatzfaktor rechnen können, den die Bedingungen eines Anbieters tatsächlich nennen. Ich tue es bewusst nicht: Die Zahlen eines Anbieters gehören zu diesem Anbieter, und der Bonusbetrag des einen ist niemals die Bedingung des anderen. Wer seine Entscheidung an einem Bonus hängt, liest die Bedingungen des Anbieters, dessen Seite er offen hat — und rechnet dann nach, ob das „kostenlose“ Angebot jeden Euro, den es in eine Wette verwandelt, noch wert ist.

Noch eine Feststellung zur Nüchternheit: Auch bei einem sehr kleinen Umsatzfaktor ändert das Beispiel nicht, wer am Ende bezahlt. Die Marge sitzt in jeder Quote, und der Umsatz multipliziert sie. Das ist beim Bonus nicht anders als beim gewöhnlichen Wettschein — es fällt nur nicht auf, weil neben dem Wettschein ein Geschenk angekündigt wird.

Welche Wege es gibt und welcher zu wem passt

Am Ende stehen nicht zehn Bewertungen, sondern drei Wege durch dieselbe Entscheidung. Wer sich für einen entscheidet, entscheidet sich gegen die anderen, und darum lohnt es sich, sie klar zu trennen.

Der Weg im erlaubten System ist der einzige, in dem die 1.000-Euro-Grenze überhaupt greift, weil es nur dort etwas zu begrenzen gibt. Er bietet OASIS, den Panikbutton, das Treuhandkonto und einen deutschen Gerichtsstand. Er nimmt im Gegenzug ein Limit in Kauf, das für Vielspieler unbequem wird, ein eingeschränktes Live-Feld, eine vollständige Verifizierung und die Zahlung nur vom eigenen Konto. Sechs Marken in diesem Vergleich stehen dafür: ODDSET, Interwetten, AdmiralBet, bet-at-home, Winamax und Tipico. Innerhalb dieser Gruppe nach Erlaubnisdaten zu wählen, bringt wenig — die Unterschiede, die zählen, liegen in der Handhabung der Verifizierung, der Auszahlung und des Wettscheins, und die zeigen sich erst im eigenen Konto.

Der Weg über ein höheres Limit mit Nachweis verlangt Unterlagen, die den meisten unangenehm sind, und Geduld: Eine Erhöhung greift erst nach sieben Tagen. Wer ihn geht, hat am Ende ein höheres Einzahlungslimit und trotzdem alle Schutzmechanismen, weil er sie nicht aufgegeben hat. Der Nachweis muss wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zeigen; eine Selbstauskunft genügt nicht. Dieser Weg ist der einzige, auf dem man mehr Limit bekommt, ohne den deutschen Verbund zu verlassen, und in Foren wird er seltener erwähnt als der Weg nach draußen.

Der Weg außerhalb des erlaubten Systems verzichtet auf alles, was dieser Abschnitt aufgezählt hat. Er bringt höhere Limits und ein Sportprogramm, das über das zugelassene Wettprogramm hinausgeht — und er nimmt dafür die Werkzeuge weg, die einen Spielenden schützen, der die Kontrolle verliert. Wer bei 22Bet, Playzilla, Boomerang Bet oder Sportaza einzahlt, verlässt Deutschland regulatorisch, ohne es zu merken. Manche werden das bewusst tun und das verbriefte Recht für ein höheres Limit eintauschen wollen. Das ist ihre Entscheidung. Es wäre nur keine kluge, und deshalb steht sie hier mit ihren Kosten und nicht mit ihrem Versprechen.

Wer bei den Zahlen bleibt und nicht bei den Versprechen, kommt zu einem nüchternen Ergebnis: Der Anbieter ohne 1.000-Euro-Grenze liefert nur eine höhere Grenze. Alles andere, was er verspricht, liegt nicht in einer Zuständigkeit, sondern in einem Impressum — und ein Impressum ist, was der Betreiber selbst über sich erzählt.

Häufige Fragen zu Wettanbietern ohne LUGAS

Was genau ist LUGAS and which data does it hold?

LUGAS ist das Länderübergreifende Glücksspielaufsichtssystem mit zwei IT-Systemen: einer Limitdatei, in der die monatlichen Einzahlungen eines Spielenden bei allen erlaubten Anbietern zusammenlaufen, und einer Aktivitätsdatei, die das parallele Spielen bei mehreren Veranstaltern prüft. Die Zuordnung erfolgt über Pseudonyme; Klardaten werden in den Zentraldateien nicht gespeichert. Verwaltet wird das System von der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, betrieben von der Dataport AöR.

Welche Veranstalter sind nicht angeschlossen, und was folgt daraus für ihren Status?

Wer nicht angeschlossen ist, besitzt keine deutsche Sportwettenerlaubnis und unterliegt keiner deutschen Aufsicht. Ein Anbieter ohne Erlaubnis, der Menschen in Deutschland Sportwetten anbietet, betreibt unerlaubtes Glücksspiel. Eine Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Erlaubnis hat in Deutschland keine Bedeutung. Was auf einer Whitelist steht, ist der einzige belastbare Nachweis für eine Erlaubnis.

Warum gilt bei erlaubten Anbietern ein Einzahlungslimit von 1.000 Euro im Monat?

Weil § 6c Abs. 1 GlüStV es als Regel vorsieht und die LUGAS-Limitdatei es über alle Anbieter summiert. Ein Anbieter muss eine Einzahlung ablehnen, die das persönliche Limit überschreiten würde. Ein höheres Limit ist im Einzelfall möglich, auf nachweisbare wirtschaftliche Leistungsfähigkeit hin, dann frühestens nach sieben Tagen.

Verhindert LUGAS außer Überschreitungen auch paralleles Spielen?

Ja, über die Aktivitätsdatei: Paralleles Spielen bei mehreren erlaubten Veranstaltern ist nach § 6h GlüStV unzulässig. Wer bei einem erlaubten Anbieter spielt und parallel bei einem nicht angeschlossenen, umgeht diese Prüfung, weil dieser Anbieter keine Daten an die Aktivitätsdatei liefert. Die Zusammenrechnung endet dort, wo der Anschluss endet.

Was verliert, wer bei einem Anbieter ohne LUGAS und OASIS wettet?

Die 1.000-Euro-Grenze, den OASIS-Abgleich, die Sperrfristen, den Panikbutton, das insolvenzgeschützte Treuhandkonto, die Auszahlung innerhalb von fünf Werktagen nach Kontoschließung und den deutschen Rechtsweg. Was bleibt, ist ein Anbieter, der höhere Limits und ein breiteres Sportprogramm bieten kann — und jede Regel über sein Angebot selbst festlegt.

Wie prüfe ich über die Whitelist, ob ein Anbieter eine Erlaubnis hat?

Auf der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder nach dem Anbieternamen suchen und prüfen, ob ein Eintrag mit Sportwettenerlaubnis besteht. Anschließend muss die Domain, auf der gespielt werden soll, genau die dort geführte Sportwetten-Domain sein. Eine .de-Endung allein belegt keine Erlaubnis, und eine Casino-Domain desselben Halters ist eine andere Erlaubnis.

Inhalt erstellt vom Team «Basketballwetten online»